Muri (AG)

Genuss aus Ausschuss

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Der Vorstand der Grünen Bezirk Muri lud vergangenen Samstag Interessierte zu einem selbstgekochten Mittagsmenü ein. Dieses bestand fast ausschliesslich aus Lebensmitteln, die sonst im Mülleimer gelandet wären.
In der Schweiz haben wir mehr Nahrung zur Verfügung als wir benötigen. Das hat leider dazu geführt, dass die Sorgfalt im Umgang mit unserem Essen stark abgenommen hat. Ein Drittel aller Lebensmittel landet im Abfalleimer statt im Magen des Konsumenten. Bei Gemüse und Brot werden sogar über die Hälfte der produzierten Lebensmittel weggeworfen. Dabei beginnt das Problem schon bei der Produktion der Nahrungsmittel. "Die meisten Ausschusslebensmittel landen nicht im Müll, weil sie nicht geniessbar wären. Im Gegenteil, oft ist es eine falsche Farbe, Form oder Grösse", weiss Beat Küng, der Präsident der Grünen Bezirk Muri, aus seiner eigenen Erfahrung als Biobauer zu berichten. Mengenmässig aber deutlich grösser als die Verluste bei der Produktion (13% der gesamten Lebensmittelverluste) sind die Verluste in der Verarbeitung (30%) und vor allem in den Haushalten (45%).

Mit dem Anlass unter dem Motto "Genuss aus Ausschuss" wollten die Grünen Bezirk Muri auf die gesamte Problematik der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen. Scheinbar trafen sie damit einen Nerv der Zeit, denn um genug Platz für alle Anwesenden zu haben, musste eilig ein zweiter Tisch aufgestellt werden in der Stube der Familie Leuppi, wo der Anlass stattfand. Aus Ausschusswaren der beiden Biobauernbetriebe von Beat Küng und Josy & Martin Köchli und Lebensmitteln, die Sebastian Knecht und Andreas Leuppi vor dem Supermarktcontainer gerettet hatten, zauberte die grüne Männerrunde einen gemischten Salat, eine sämige Kürbissuppe mit paniertem Gemüse aus der Bratpfanne, einen grossen Topf Suppenhuhn mit Kartoffeln und Gemüse, einen Wok voll Gemüsecurry und als süssen Abschluss einen bunten Fruchtsalat.

"Mit unserem Anlass wollen wir versuchen, die Leute wieder vermehrt zu sensibilisieren in ihrem Umgang mit den Lebensmitteln", meint Beat Küng, der Präsident der Grünen Bezirk Muri, "Um abgelaufene Lebensmittel zu erkennen, könnten doch auch wieder vermehrt die Augen und die Nase benutzt werden, anstatt blind auf ein aufgedrucktes Datum zu beharren." Neben der Interpretation der Haltbarkeit scheint die benötigte Menge an Lebensmitteln ein häufiges Problem zu sein. Häufig wird zu viel eingekauft und auch zu viel zubereitet. "Ich hoffe wir konnten den Anwesenden heute zeigen, dass man mit etwas Kreativität praktisch alles noch zu einer leckeren Mahlzeit verarbeiten kann", meinte Küng zum Abschluss.

Andreas Leuppi, Vorstand Grüne Bezirk Muri

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