Der Weisse Wind verstärkt nach dem Umbau seine Führungscrew: Präsident Urs Rey übergibt an Reto Wäger, und zwei zusätzliche Mitglieder wurden gewählt.

Vor einem Jahr musste die GV noch «auswärts» durchgeführt werden, denn der Abbruch des alten Anbaus hatte kurz zuvor begonnen. Nun konnte der scheidende Präsident Urs Rey die Genossenschafterinnen und Genossenschafter im renovierten Saal im Obergeschoss des Weissen Windes begrüssen. Der 57-Jährige trat kurz vor seiner Wahl in der Gemeinderat von seiner Funktion zurück. Vor gut 60 Genossenschaftsmitgliedern begründete Rey seinen Entscheid damit, dass der Zeitpunkt günstig sei: «Ich habe den Weissen Wind immer als Projekt fürs ganze Dorf gesehen. Jetzt haben wir den Umbau geschafft, aber damit beginnt eine neue Phase. Das Jahr 2018 ist wegen des Übergangs zum Betrieb sehr wichtig und erfordert andere Fähigkeiten. Dafür braucht es neue Kräfte.»

Sein Nachfolger Reto Wäger gehört seit mehreren Jahren zur Kern-Mannschaft des Weissen Windes und war zuletzt für den Bereich Gastronomie zuständig. «Ich bin mir bewusst, dass ich in grosse Fussstapfen trete», sagte der 2-Meter-Mann mit einem Augenzwinkern: «Wir wären heute nicht hier, wenn Urs nicht mit so viel Elan vorausgegangen wäre.»

Dass das Bauprojekt mitunter aber auch Rey an die Grenze brachte, blieb dem Vorstand nicht verborgen: Er überreichte Reys Frau Suzanne einen üppigen Blumenstrauss als kleine Entschädigung für die vielen Stunden, in denen sie ihren Mann mit dem Weissen Wind «teilen» musste. Als Abschiedsgeschenk erhielt das Ehepaar ein Gutscheinbuch für die schönsten historischen Gasthäuser der Schweiz. Mit grossem Applaus wurde der scheidende Präsident von der GV verabschiedet.

Zusätzlich wurde der Vorstand um zwei Personen aufgestockt: Beatrice van Diepen und Christian Bischoff leben beide seit acht Jahren mit ihren Familien im Dorf und wollen sich nun einbringen. Jurist Igor Schnyder, der schon einmal im Vorstand war, begleitet künftig Revisor Hanspeter Heri, der sich Support von einem Finanz- und Vertragsfachmann gewünscht hatte: Die Koordination der verschiedenen Nutzungen – Beiz, Kita und Kultur – macht die Aufgabe anspruchsvoller. Auch finanziell warten Herausforderungen auf die Genossenschaft. Das mit 2,14 Millionen Franken veranschlagte Bauprojekt ist bislang um 140 000 Franken (rund 5 Prozent) teurer als geplant.

Erfreulich ist die Beiz mit dem Pächter Stefan Frankenstein seit der Eröffnung am 9. März gestartet; sie hat sich bereits zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Nach Ostern, am 3. April, durfte auch die Kita Pop e Poppa ihren Betrieb aufnehmen. Die beiden Wohnungen im Dachgeschoss sind bisher noch nicht vermietet. Die kleinere (55 m2) wird voraussichtlich ab 1. Mai Einnahmen bringen, die grössere Loftwohnung (88 m2) ist nun öffentlich ausgeschrieben.

Am 27. April geht die Veranstaltungsreihe «Kultur im Saal» mit dem Konzert von Max Lässer‘s Überlandorchester weiter. Die Veranstaltungen werden vom «Verein Kultur im Saal» organisiert. Eine Jahreskarte (30 Franken, nach dem 27. April 50 Franken) berechtigt zu grosszügigen Rabatten auf die Eintrittspreise. 

(Bilder: Stefan Galicic)