Schöftland

Generationen im Klassenzimmer an der Schule Schöftland

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Seit Sommer 2017 begleiten zwei Seniorinnen und fünf Senioren Schulklassen der Primarschule Schöftland. Sie sind an der Schule sehr willkommen und unterstützen die Lehrpersonen an einem halben Tag pro Woche in diversen Unterrichtsfächern. Sie erzählen Geschichten, unterstützen beim Rechnen, Lesen, Zuhören, Spielen, bei Handarbeiten, begleiten und unterstützen die Klassen bei Exkursionen oder Projektwochen. Die reichen Lebenserfahrungen der Seniorinnen und Senioren prägen den Schulalltag der Schule Schöftland positiv. In den Schulzimmern begegnen sich die verschiedenen Generationen und lernen voneinander. Durch das Engagement fördern sie den Austausch und das Verhältnis zwischen den Generationen. Durch die Vielfalt der Fächer, wie Mathematik, Sprachen, Werken oder Textiles Werken können sie ihre Kompetenzen und Begabungen gezielt einsetzen.

Die Seniorinnen und Senioren haben sich persönlich zu ihrem Einsatz an der Schule Schöftland geäussert:

Als Senior im Klassenzimmer springe ich jedes Mal ins kalte Wasser, da ich zuvor nicht weiss, was auf mich zukommt. Das ist erfrischend.

Die Schüler scheinen das zusätzliche Angebot an Unterstützung zu schätzen.

Die Schule mit ihrer Kaffeepause ist eine Gemeinschaft, wo man sich sofort zugehörig fühlt.

Am Besten in Erinnerung geblieben sind mir natürlich spezielle Anlässe wie das Schlafen auf Strohsäcken auf dem Legionärspfad oder die von mir geleiteten Exkursionen zu den End- und Seitenmoränen des Suhrentals. A.L.

 "Als Seniorin im Englischunterricht mit all den vielen coolen Kindern zu arbeiten, ist für beide Seiten motivierend und bereichernd."

Ein sehr herziger Kommentar von einem Schüler der 3. Primar:

Die Kinder kennen mich als Caroline. Meine Enkelin ist in der 3. Klasse. Die Kinder haben "what`s your name" gelernt. Anschliessend habe ich gefragt, "what`s my name?" die Antwort war, "Granny!" - So schön!    C.K.

Die Klasse erhielt den Auftrag, ein oder zwei Erlebnisse der letzten vierzehn Tage zu beschreiben.

Die Mädchen überlegten 2 bis 3 Minuten und begannen dann zügig zu schreiben.

Die Knaben mussten schon etwas länger überlegen, aber die meisten fanden doch einen Einstieg und schrieben los.

Ich beobachtete die Klasse möglichst diskret und sah, dass ein Knabe noch kein Thema wusste und trotzdem nicht auffallen wollte: er neigte sich über das Blatt und täuschte «Schreiben» vor.

Ich erinnerte mich an meine Drittklasse-Zeit und beschloss, ihm zu helfen:

«Gäll, weisch no nid was söllsch schrybe.»-«Nei, äbe nid!» «Wasch hesch am Sunntig gmacht?» «Tschuttet». In seinem Blick sah ich den leisen Vorwurf: was denn sonst? Ist doch klar, wir spielen Fussball!

Ich fragte noch, gegen wen und wo er gespielt habe. So ergab sich ein leises Gespräch und ich konnte ihn ermuntern, dieses in eine Erzählung zu fassen. Bald schrieb auch er – mit vielen Fehlern, aber er schrieb erleichtert und ich gestehe, ich war leicht stolz auf meine Hilfe, die ja nur ein kleiner Anstoss war. E.J.

Ein kleiner Mann (in der EK) erzählt mir andauernd, was er im Turnen schon alles könne. Einem Mädchen scheint er auf den „Wecker“ zu gehen. Sie stellt sich hinter den Jungen und hält mir einen Zettel hin, wo sie mit wackliger Schrift „ein Plöfer“ geschrieben hat.

Die EK Schülerin strahlt mich an: „Herr Schweizer wir haben ein neues Auto! - mit Sitzheizung” (es war ein heisser Sommertag). Der Klassenkamerad setzt einen drauf: “Mein Papa hat ein Auto mit zwei Turbomotoren!” A.S. 

Ich freue mich immer auf diese Stunden und erlebe sie als Bereicherung für mich und die Schüler. Meine Anwesenheit ermöglicht der Lehrperson, dass auch langsameren und verhaltensauffälligeren Kindern mehr Aufmerksamkeit und Hilfe geboten werden kann. Es ist schön zu erleben, wie freudig mich die Kinder integrieren. Diese Freiwilligen-Arbeit macht mir Freude und strukturiert auch auf eine gute Art meinen Alltag. V.R.

Ich wollte der Jugend etwas von meinen Erfahrungen weitergeben. So entschied ich mich für den Französischunterricht in der 6. Klasse sowie für eine Spezialbegleitung eines Kindes an der Schule. Eine völlig neue Welt im Vergleich mit der Schule in den 50er Jahren öffnete sich mir!

Ich war fasziniert von den grossartigen neuen Methoden. Die Schüler sind sehr interessiert und ich bin immer wieder erstaunt, was die Kinder alles wissen. Für mich ist jede Schulstunde spannend! Nach dem Unterricht verlasse ich das Schulhaus und fühle mich jedes Mal jünger. B.P.

Interessierte Personen können sich bei der Schulverwaltung oder beim Stufenleiter Kindergarten und Primarschule Schöftland melden. Die Kontaktdaten sind auf www.sch.ch zu finden.

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