Wohlen (AG)

Generalversammlung mit Highlights

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Neben der Gesamterneuerungswahl des Vorstands hatte die diesjährige General-versammlung von Lägern Wohnen über einen Kreditantrag von über 14 Millionen für ein Neubauprojekt in Lupfig zu befinden.

Mit sechs Minuten Verspätung startete die Generalversammlung von Lägern Wohnen am 17. Mai. Denn wegen eines technischen Problems musste kurzerhand der Saal gewechselt werden. Der sogenannte «Himmel», die Decke über dem Bühnenbereich, konnte nach einem Glühbirnentausch nicht mehr hochgezogen werden. Insgesamt 96 stimmberechtigte Genossenschafterinnen und Genossenschafter hatten sich im Trafo in Baden eingefunden.

Präsident Patrick Bürgi zeigte sich hocherfreut, dass sich die Lägern-Wohnungen grösster Beliebtheit erfreuen. «Von 917 Wohnungen ist keine einzige leerstehend», verkündete Bürgi. Zudem liege die Anzahl der Mieterwechsel mit neun Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen vier Jahre von 11 Prozent. Insgesamt beliefen sich die Mietzinseinnahmen auf 12.75 Millionen. Ein «Update» gab es auch zum Grossprojekt Klosterbrühl: Der Kanton hatte die hängige Beschwerde vollumfänglich abgewiesen.

Kostenunterschreitung bei der Martinsbergstrasse

Von den Projekten lag die Kreditabrechnung der Erneuerung der Martinsbergstrasse 36 a/b in Baden vor. Mathias Erdin führte durch das Traktandum und erklärte die Gründe für die Erneuerung der 1990 von der damaligen Genossenschaft für Stadtwohnungen erbaute Siedlung, die seit 2007 im Besitz von Lägern Wohnen ist. In den 22 Wohnungen wurden verschiedene Arbeiten ausgeführt: Die Küchen und Fenster wurden ersetzt, die Parkettböden ebenso wie der Bodenbelag des Laubengangs wurden instandgesetzt, die Haustüre musste aus sicherheitstechnischen Gründen ausgewechselt werden. Zudem wurden nebst anderem Malerarbeiten ausgeführt. Das Bauprojekt wurde in vier Etappen realisiert, vom Mai 2017 bis zum Frühling 2018. Der Kreditbetrag von 2.41 Millionen Franken wurde um knapp 19 Prozent unterschritten, also um über 456'000 Franken. Die Gründe dafür sind, dass die eingeplante Reserve nicht beansprucht werden musste, die Vergaben erfolgreich gestaltet werden konnten und die Instandsetzung des Flachdachs nicht notwendig war.

Kerngesunde Finanzen

Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von 246'183 Franken ab. «Lägern Wohnen ist finanziell kerngesund», so Patrick Bürgi. Dies sei in Anbetracht der anstehenden Grossprojekte Klosterbrühl und Lupfig aber auch zwingend notwendig. Die leicht höheren Mieterträge sind den Neubauten Gartenstrasse und Neufeld zu verdanken, die das erste Mal ganzjährig vermietet waren. Zudem fiel der Erneuerungsaufwand verglichen mit dem Vorjahr geringer aus, da die Kosten für die Martinsbergstrasse mehrheitlich bereits 2017 angefallen sind. Vom Saldo wird das Anteilscheinkapital wie in den Vorjahren zu drei Prozent verzinst, 200'000 Franken werden der freien Reserve zugewiesen und 114'893 Franken fliessen in die neue Rechnung.

Erneuerungswahl

Es war auch eine Generalversammlung der Wahlen. Alle drei Jahre muss sich der Vorstand der Gesamterneuerungswahl stellen. Mathias Erdin, der 2004 in den Vorstand gewählt worden war, trat an diesem Freitag nach 15 Jahren zurück. Patrick Bürgi lobte ihn als «bestqualifizierten Architekten» und führte aus, dass Mathias Erdin während seiner Vorstandszeit bei 53 von 83.6 verbauten Millionen beteiligt gewesen sei. «Es ist», so Bürgi, «auch das Verdienst von Mathias Erdin, dass wir heute da sind, wo wir sind.» In seiner Schlussrede animierte Erdin die Versammelten, sich auch in Zukunft aktiv in der Genossenschaft zu engagieren.

Für den Ersatz schlug der Vorstand Marcel Ott vor, der mit seiner Familie in Ennetbaden lebt und als Architekt das Know-how wieder sicherstellt. Er ist 47 Jahre alt und arbeitet seit 10 Jahren bei einem Generalunternehmer. Durch seinen beruflichen Werdegang bringt Ott viel Erfahrung in der Projekt- und Ausführungsplanung mit. Sowohl er als auch die übrigen Mitglieder des Vorstands wurden einstimmig gewählt respektive wiedergewählt.

Kreditantrag Lupfig

Als «absolutes Highlight des Abends» kündete Patrick Bürgi den Kredit für die Naubausiedlung in Lupfig an, über den die Generalversammlung zu befinden hatte. Im Februar hat der Vorstand das Kaufrecht für die Parzelle in Lupfig ausgeübt. Das aus vier Baukörpern bestehende Bauprojekt, das vom Architekturbüro Gut & Schoep entworfen worden ist, beherbergt 29 Wohnungen, ein Gästezimmer sowie einen Gemeinschaftsraum. In der Tiefgarage sind 42 Plätze vorgesehen. Die Wohnungen verfügen über grosszügige Balkone und Sitzplätze. Die Gebäudekörper sollen in Massivbauweise errichtet werden, die durch die vorgehängte Holzfassade jedoch leicht wirken. Der Minergiestandard wird erfüllt, eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgen für Energie. Läuft alles nach Plan, erfolgt der Baustart im ersten Quartal 2020 und die Fertigstellung im dritten Quartal 2021.

Die Baukosten belaufen sich auf 15.249 Millionen, wobei der Projektierungskredit von 959'000 Franken bereits an der letzten GV gutgeheissen worden ist. So musste die Generalversammlung heuer über den Kreditbetrag von 14.29 Millionen Franken entscheiden. Zur Freude des Vorstands und des Teams wurde der Antrag ohne Gegenstimme angenommen.

Nach diesem fulminanten Abschluss waren alle Genossenschafterinnen und Genossenschafter zum Nachtessen eingeladen.

Stephan Baumgartner

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