Die 124.Generalversammlung des Katholischen Pressevereins Olten (KPO) warf zunächst keine grossen Wellen. Der Verein müsse sich jedoch – so Vizepräsident Peter Felber, der für den verhinderten Präsidenten Christoph Fink die Sitzung leitete - Sorgen machen, da der Vorstand einen hohen Altersdurchschnitt aufweise und nicht über genügende Nachwuchskräfte verfüge. Dabei gäbe es für den Verein genügend Aktivitäten, Projekte und Unterstützungsgesuche.

Innert Jahresfrist wird ein Ausschuss des Vorstandes Optionen für die Fortführung des Vereins ausloten. Ansonsten würde man, so die einhellige Meinung an der Generalversammlung, das Vermögen auf verschiedene Projekte aufteilen und den Verein auflösen.  Dies würde zweifellos einen kulturellen Verlust bedeuten. Der KPO war «Pate « bei der Entstehung des Walter Verlags, der seine katholisch-konservative Tageszeitung über Jahrzehnte weiterführte, die später bis 1997 bei der Dietschi AG als «Solothurner Nachrichten» ein Mauerblümchen-Dasein fristeten. Der Walter Verlag konnte hochrangige Autoren in seinen Interessensgebieten (katholische Theologie, Philosophie und Psychologie) gewinnen, die im ganzen deutschsprachigen Raum gelesen wurden und den Namen Olten in die Welt hinaustrugen – selbst an der Leipziger Buchmesse in der damaligen DDR trat man als Aussteller auf – und gewann einmal mit Graphiker Karl Rüde einen Preis.

Unser Vorstandsmitglied lic. theol. Tatjana C. Disteli gab danach einen Einblick in die Spitalseelsorge im Kanton Zürich. Sie leitet die Dienststelle der Spital- und Klinikseelsorge der römisch-katholischen Kirche im Kanton Zürich. Sie hat einen staatlichen und einen kirchlichen Auftrag (Missio durch Bischof Vitus Huonder). Die Anzahl der ihr unterstellten Mitarbeiter (Priester, Laientheologen etc.), die Zahl der Spitalpfarrämter wie auch das Budget entsprechen durchaus dem eines Bistums! – und zeigen, dass Frauen in der katholischen Kirche verantwortungsvolle Leitungsaufgaben übernehmen können. Seelsorge als spirituelle Hilfe (nicht nur bei Menschen am Lebensende) sei im Spitalbereich sehr gefragt. Es gäbe viele Situationen und Arbeitsgruppen, wo die Spitalseelsorge eine tragende Rolle bei der Betreuung von Patienten und ihrer Angehörigen einnähme. Spitalseelsorge könne heute nur noch in ökumenischer Zusammenarbeit mit anderen Landeskirchen und Religionsgemeinschaften erbracht werden, wie die Referentin mi vielen berührenden Fallbeispielen zeigte.

Text: Christoph Fink, Olten