Die Traktanden der eigentlichen Generalversammlung waren schnell abgewickelt. Mehr Diskussionsstoff lieferten Traktanden der kommenden Gemeindeversammlung, allen voran die Einführung einer Grüngutgebühr. Laut Bundesgesetz muss das Verursacherprinzip angewendet werden. Dem stehen aus der Versammlung einige andere Ansichten gegenüber. Die Voten lauteten: Die Neuerung stellt sich gegen das für die Umwelt gewünschte Erstellen von Hecken. Nicht nur der Gartenbesitzer ist Nutzniesser von Grünem Blattwerk (Sauerstoffregenerierung). Die Kosten werden wohl für einige Haushalttypen kleiner, für die andern aber massiv höher. Für den Verbrauch beim Bewässern der Gärten wird Abwassergebühr erhoben, ohne dass dieses Wasser je in die Kanalisation gelangt. Dieses Traktandum wird wohl an der Gemeindeversammlung in Boswil wie andern Orts einen schweren Stand haben. Eine positive Haltung aus der Versammlung erfuhren die Einführung der Blockzeiten. Hier wird von 08.20 bis 11.50 Uhr für die unteren Klassen ein durchgehender Schulunterricht oder freiwillige, betreute Randstunden angeboten. Eigentlich wird wieder eingeführt, was zu Grossmutters Zeit galt. Alle gehen miteinander zur Schule und kommen miteinander zurück. Es wird für Eltern Freiraum geschaffen. Im Weitern wurde der Landhandel der Gemeinde für die Firma Alporit AG und von der Erbengemeinschaft Traugott Alpstäg durch Gemeinderat Roger Wiesli vorgestellt. Durch dieses eigentliche Tauschgeschäft verändert sich der Bestand von Gewerbeland der Gemeinde Boswil nicht.
Bei der Vorstellung von einigen Kreditenbegehren für Wasserbau- und Erschliessungsprojekten wurde er unterstützt von Gemeinderätin Judith Berger. Erfreut war die Versammlung über eine weitere Senkung des Steuerfusses um 3 % auf 109 %. In Anbetracht der zu erwartenden Aufgaben der Gemeinde in den folgenden Jahren ist man damit einverstanden. Judith Berger orientiert ausserhalb der Gemeindtraktanden über die Projektierung Überführung des Bahn-Trasses.
In einem weiteren Versammlungsteil benutzten vier Grossratskandidaten der SVP Bezirk Muri die Plattform für die Wahlen vom kommenden 8. März. Vorgestellt haben sich Daniel Schwizer aus Besenbüren, Benjamin Brander, aus Muri, Ueli Gehrig von Buttwil und André Kurmann von Auw. Natürlich wurde auch Werbung für die beiden Regierungsratkandidaten Alex Hüzeler und Luzi Stamm gemacht.
Den Abend rundete der Kantonalpräsident SVP Aargau Thomas Lüpold mit einem Referat der letzten 11 Monate SVP-Politik auf Bundes und Kantonaler Ebene ab. Seine, von grossem Wissen und Erfahrung zeugenden Worte, fesselten alle Versammlungsteilnehmer. Welche gewichtige Rolle die ganze Presse dabei spielte, wurde „vor Augen" geführt. Wie wichtig es ist, dass sich mit der SVP auf allen Ebenen jemand gegen von Verwaltung und Regierung diktierten Vorhaben wehrt, konnte er an vielen Beispielen an den Mann, respektive die Frau bringen. Wie nötig es ist, dass das Gedankengut der SVP wirklich auf allen Ebenen, inklusive Bundesrat - auch ohne Blocher - eingebracht werden muss, schälte sich eindrücklich aus seinem Referat heraus. (AHA)