Eiken

Gemeinsame Herbstveranstaltung der Bienenzüchtervereine im Fricktal

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Am 22. November 2013 trafen sich 73 Imkerinnen und Imker im Gasthaus „Weisses Rössli“ in Eiken zu ihrem Herbstanlass. Das gewählte Thema in diesem Jahr: Bienengesundheitsdienst und Varroa-Winterbehandlung. Diese beiden Themen sind brandaktuell, so dass sich ein gemeinsamer Anlass aufdrängte. Ebenfalls begrüsst werden durften am Thema interessierte ImkerkollegInnen des BZV Rheinfelden. Die gesamte Region war also vertreten.

Nachdem in der Schweiz im Winter 2011/12 jedes zweite Bienenvolk, also mehr als 100‘000 Völker, den Winter nicht überlebte, ergriff der Bundesrat Massnahmen. Um solch dramatische Einbrüche bei unserem drittwichtigsten Nutztier künftig zu verhindern, beschloss der Bundesrat, einen Bienengesundheitsdienst (BGD) zu etablieren. Seit Januar 2013 gibt es nun die „apiservice gmbh“. Diese Organisation betreibt für die „apisuisse“ - dies ist die Dachorganisation der Schweizer Imker - das Kompetenzzentrum, welches die Fachstellen wie Bienengesundheitsdienst (BGD), Bienenzucht, und Bildung umfasst.                           Der Vertreter des BGD, Herr Robert Lerch, verstand es ausgezeichnet, uns Anwendern die vielfältigen Aufgaben, die Arbeitsweise und Funktionen näher zu bringen. Mit eindrücklichen Bildern und Statistiken konnte er die interessierten Zuhörer in seinen Bann ziehen. Für uns Imker war es wichtig, Informationen und Fakten aus erster Hand zu erhalten. Nach dem theoretischen Teil waren praktische Arbeiten angesagt. Als logische Fortsetzung zum ersten Teil mussten wir erfahren, dass es sogar durch falsche Anwendung von Tierarzneien zu Völkerausfällen kommen kann. Sicher ein Punkt, bei dem sich jeder einzelne Imker immer wieder kritisch fragen muss, ob seine Behandlungsmethoden auf dem Stand der aktuellen Erkenntnisse sind. Was kann oder, wenn notwendig, was muss ich ändern, um meinen Bienenvölkern die besten Überlebensmöglichkeiten zu bieten.                                            Für den praktischen Teil waren drei Arbeitsplätze vorbereitet. Dabei ging es darum, dass sich die Imkerschaft in erster Priorität mit der Winterbehandlungsmethode (mit Oxalsäure) auseinandersetzt und sich über die letzten aktuellen Erkenntnisse informiert, mit denen er persönlich mit seinen Völkern arbeiten will. Es war nicht das Ziel, jedes Verfahren zu kennen, das Ziel war klar, dass der Imker das Verfahren, mit welchem er arbeitet, korrekt und gemäss Stand der Technik anwendet. Dabei ging es auch um Arbeitssicherheit (Schutz von Augen, Haut und Atemwegen) und das Verwenden von zugelassenen Tierarzneimitteln; denn seit die Bienen als Nutztiere eingestuft sind, ist eine Verschärfung in diesem Bereich deutlich spürbar. Last but not least ging es auch um die korrekte Anwendung der Oxalsäure; die drei Behandlungsmethoden „träufeln“, „sprühen“ und „verdampfen“ wurden ausführlich erläutert, besprochen und vordemonstriert. Zu jedem Verfahren wurde durch den BGD ein aktuelles Merkblatt abgegeben.

Diese Winterbehandlungsmassnahmen sollen helfen, dass sich unsere Bienen des vorhandenen Parasites „Varroamilbe“ möglichst entledigen können. Für die Behandlung müssen die Bienenvölker jedoch brutfrei sind, das heisst, die Behandlung kann im Normalfall ab Ende November bis Dezember durchgeführt werden. Schwankungen sind möglich, deshalb muss sich der Imker vor der Behandlung über den Brutzustand seiner Völker informieren. Die Oxalsäurebehandlung ist der dritte Schritt aus einem Behandlungskonzept, welches zur Behandlung der um 1986 von Asien nach Europa eingeschleppten Varromilbe entwickelt wurde. Die beiden anderen Schritte sind der Drohnenschnitt in den Monaten April, Mai und Juni, und die Ameisensäurebehandlung nach der Honigernte in den Monaten Juli, August und September. Natürlich gehört die laufende Beobachtung der Völker mit zu diesem Konzept.

Im Frühsommer organisierte der Verband Aargauischer Bienenzüchtervereine zusammen mit der Firma Bienen Meier in Künten einen Anlass, um die Varroamilbe nach der Honigernte korrekt zu reduzieren. Damals lag der Schwerpunkt auf der Anwendung von Ameisensäure und Thymol (zweiter Schritt des Behandlungskonzeptes).

Fazit:

Damit unser Schweizer Bienenhonig weiterhin so fein mundet und keine unerwünschten Rückstände aufweist, ist eine ständige Weiterbildung der Imkerschaft unumgänglich.

Max Atzenweiler

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