Der SAC Homberg führte seine traditionelle Bärzeliskitour durch, die uns diesmal auf den Schibengütsch bei Sörenberg im UNESCO Biosphäre Entlebuch führte. Dank dem Neuschnee, der in der Nacht gefallen war, konnten wir eine Abfahrt im Pulverschnee geniessen.

Bei der Fahrt nach Sörenberg sahen wir Skitourenfahrer, die gerade starteten, um die Schrattenfluh zu besteigen. Im Skigebiet hatte es wahrscheinlich nicht mehr Skifahrer als hier. Wir vermieden den Rummel und fuhren weiter bis zum Salwideli, wo der Aufstieg zum Schibengütsch begann. Zuerst folgten wir der schneebedeckten Strasse. Die Landschaft präsentierte sich frisch verschneit, wie eine Märchenlandschaft. Über uns jedoch lag ein grauer Deckel. Je höher wir aber stiegen, desto mehr blaue Löcher taten sich auf. Wir spurten durch den dichten Fichtenwald, da wir die Ideallinie etwas verpasst hatten. Dafür war es vollkommen still, nur das Gleiten unserer Felle auf dem Schnee war zu hören. Viele tote Bäume ragten in den Himmel, die bewusst stehen gelassen wurden. Sie erfüllen nach wie vor eine wichtige Funktion im Kreislauf der Natur. Wenig später sind wir wieder auf der richtigen Spur. Über Weiden steigen wir höher. Allmählich bricht die Sonne durch und die Sicht reicht nun viel weiter. Wir gleiten durch traumhafte Landschaften, der Schnee glitzert. Wolkenfetzen wirbeln am Himmel umher und lösen sich wieder auf. Hinten im Tal sehen wir den Gipfel, er scheint noch weit weg. Wir sind aber überraschend schnell am Fuss des letzten Hanges. Dieser ist so steil, dass wir nur noch mit der Spitzkehre hochkommen. Eine grosse Gruppe, rund zwanzig Skifahrer, fährt vom Gipfel hinunter, bevor alle von uns oben sind, und zerstören den letzten drei die Aufstiegsspur. Das Vorwärtskommen wird so nochmals ein Kraftakt, da unter dem Neuschnee eine harte, eisige Schicht liegt, auf der man immer wieder ausrutscht.

Endlich auf dem Gipfel! Allzu gut ist die Fernsicht allerdings nicht, denn just in diesem Moment hüllt eine Wolke den Berg ein. Trotzdem reicht der Blick noch bis zur Marbachegg. Bevor wir gar nichts mehr sehen, bereiten wir uns für die Abfahrt vor. Die ersten Meter sind mehr ein Kampf denn ein Genuss, da der ganze Schnee aufgewühlt ist von den Vorfahrern. Bald aber beginnt das Vergnügen: Harte Unterlage, darauf zwanzig Zentimeter Pulverschnee. Auch die Sonne zeigt sich jetzt wieder. So müssen Skitouren sein. Hang um Hang zeichnen wir unsere Schwünge in den Schnee, beinahe literweise werden wir mit Glückshormonen überschüttet. Unsere Abfahrt endet erst an der Strasse. Nun heisst es nochmals aufsteigen zum Ausgangspunkt. Mit geschulterten Skiern nehmen wir auch noch diese Anstrengung auf uns, denn nach dieser Abfahrt kann auch so ein bisschen Marschieren unsere Glücksgefühle nicht mindern. Im Hotel Flühli in der gleichnamigen Ortschaft stiessen wir auf unsere Tour an, bevor wir wieder ins Wynental zurück fuhren.

Weitere Bilder finden sich auf der Facebook-Seite des SAC Homberg. Am 13. Januar findet die Anfängerskitour statt. Wer nun Lust gekriegt hat auf solche wunderbare Erlebnisse, erhält hier die Möglichkeit, unter kundiger Führung unseres (Noch-)Wintertourenchefs eine neue Welt zu entdecken. Weitere Infos unter www.sac-homberg.ch.

Urs Kyburz