Die Gärten von Schloss Wildegg besichtigen - da kann man sich gleich die Reise nach Versailles sparen. Der Natur- und Vogelschutzverein Lengnau lud ein zur Besichtigung des pro specie rara Schaugartens auf Schloss Wildegg und den wenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bot sich eine Riesenvielfalt an fast vergessenen Gemüsensorten, Früchten und Kräutern.

Von Artischocken, über Spargelsalatblätter, Spargelerbsen mit roten Blüten, Kichererbsen, Muskatellersalbei, Baldrian, roten Stielmangold, Kardy als Delikatesse vor allem in der Westschweiz, Ananaserdbeeren, Buchweizen, Emmer und alle alten Getreidesorten, roten Spitzkohl, Federkohl bis zu bekannten und ungekannten Kräutern - der barocke Garten bietet alles. Dieses Wissen über den Anbauen und Pflegen von Gemüse und Obst brachte Bernhard von Effinger (1658 - 1725) aus seinen vielen Reisen zu Louis XIV nach Versailles mit in sein Schloss Wildegg. 

Der Sonnenkönig konnte nämlich - dank seines erfinderischen Gärtners - auch im Winter Spargeln geniessen. Auch Feigen wurden so kultiviert, dass Louis XIV jeden Tag seine Feigenleidenschaft stillen konnte. Gewusst wie - das Schloss Wildegg mit seinen interessanten Führungen gibt Auskunft.