(ef) Am Donnerstagabend haben die jungfreisinnigen brugg-zurzach, unterstützt von der FDP Bezirkspartei in die Aula Bezirksschulhaus Endingen eingeladen. Unter dem Titel „Politik und Wirtschaft – Auch wir Jungen wollen mitreden“ gab es zuerst Kinofeeling und anschliessender Podiumsdiskussion. Zu sehen war der deutsche Dokumentarfilm „jung.erfolgreich“.

Film zum Einstieg in das Thema

Der Film zeigt vier Beispiele von Jugendlichen, welche eine simple Idee zu einem marktreifen Produkt umgesetzt haben. Die jungen Leute berichten im Film, wie es zur Idee kam, welchen Erfolg sie mit dem Produkt hatten, was ihnen Selbständigkeit bedeutet, aber auch welche Risiken und Entbehrungen sie in Kauf nehmen mussten. Grössten Erfolg verzeichneten zwei Junge Männer, welche mit dem selbst Stricken von Wollmützen, genannt „myboshi“, zwischenzeitlich ein grosses, nahezu weltweit bekanntes Unternehmen mit einem Millionenumsatz und einer breiten Produktepalette, nicht nur von Wollmützen, sondern auch Anleitungen, Büchern, Wolle und einigem mehr aufbauen konnten. Als Fazit erwähnten alle Jungunternehmer, dass der Glaube an die eigene Sache, Durchhaltevermögen, Risikobereitschaft, aber auch gewisse Entbehrungen für sie als Schlüssel zum Erfolgt sehen würden.

Diskussion um Begriff Erfolg und Karriere

Im Anschluss an den Film diskutierten unter der Leitung von Claudia Hauser, Nationalratskandidatin, die beiden jungfreisinnigen Nationalratskandidaten Adrian Schoop, Turgi und Andrea Laube, Klingnau über Themen wie: Welche persönlichen Lebensziele habe ich, was bedeutet es mir persönlich erfolgreich zu sein, was verstehe ich unter Karriere, welche Risiken bin ich bereit einzugehen, welchen Zeiteinsatz ist mir der Erfolg wert?

Was man gerne macht, führt zu Erfolg

Adrian Schoop ist mit 29 bereits sehr erfolgreich. Als Geschäftsführer und Gemeinderat von Turgi hat er wirtschaftlich wie auch politisch schon einige Erfahrung. Andrea Laube steckt mitten in der Ausbildung zur Eidg. dipl. Treuhänderin. Politisch engagiert sie sich als Präsidentin der jungfreisinnigen brugg-zurzach und als Finanzchefin der FDP Bezirkspartei.

Beide definieren der Begriff „Erfolg“ und „Karriere“ mit „Etwas machen, das Spass macht, für das man sich klare Ziele setzt, an der Zielerreichung festhält und schlussendlich am Erreichten Freude hat“.

Erfolg wird nicht am Geld gemessen

Für beide steht, weder beim Erfolg noch bei der Karriere das Geld im Vordergrund. Schoop, der etwa 20 Leute führt, bezieht Erfolg aber nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf das Erreichen eines Zieles im Team. Was für den Jungunternehmer und Politiker wichtig ist, dass zwischendurch auch immer wieder Platz für einen Spass, einen Lacher oder ein gemeinsames Bier sein muss. Diese kurzen Abschaltzeiten sind für mich Wichtig und geben Power. Was aber auch dazu gehört, ist mit negativen Erlebnissen und Misserfolgen umgehen zu können, betonte Schoop. In diesem Sinn bestätigte er auch die Aussagen im Film. Auch Andrea Laube bestätigt, dass für das was Freude macht, man auch bereit ist, Zeit zu investieren und auf gewisse Annehmlichkeiten zu verzichten. Angesprochen wurde im Zusammenhang mit Erfolg und Karriere auch das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, ein Aspekt der heute immer wichtiger wird.

Rege Diskussion mit dem Publikum  

Bei der Diskussion mit dem Publikum kamen auch Fragen zur Bildung und zur Beteiligung der Jungendlichen am politischen Prozess auf. Bei der Bildung bemängelte Adrian Schoop das Bestreben vieler Eltern, ihre Kinder unbedingt an Höhere Schulen zu schicken. Gerade bei der Ausbildung sei es wichtig, dass Jugendliche das Lernen, was ihnen Freude macht. An der UNI habe er selbst erlebt, dass heute zu viele Studieren würden und später feststellen müssten, dass dies nicht das Richtige gewesen sei. Beide Jungpolitiker sind überzeugt, dass die Eltern und die Schule bezüglich Berufswahl wieder vermehrt aufzeigen müssten, was es alles gibt und was den Neigungen der Jugendlichen am meisten entspricht.

Mehr Vertrauen in die Jungen

Von der Politik erwartet Schoop, dass die schwierigen Aufnahme­bedingungen für technische Beruf hinterfragt und gelockert werden. Aber auch Werte wie Fleiss und Leistungsbereitschaft, welche vom heutigen Wohlstand immer mehr verdrängt würden, müssten wieder einen höheren Stellenwert bekommen. An die ältere Generation gerichtet, wünsche sich der Jungpolitiker mehr Offenheit, Vertrauen und eine grössere Bereitschaft, den Jugendlichen auch Verantwortung zu übertragen.

Eltern haben Vorbildfunktion

Auf die Frage nach den Gründen der politischen Abstinenz vieler Jugendlichen war eine Antwort, die Politik sei zu wenig sexy. Vom Publikum bemängelt wurde aber auch die Art der Kommunikation. Diese spreche Jugendliche überhaupt nicht an. In diesem Zusammenhang erinnerte Adrian Schoop aber auch an die Vorbildfunktion der Eltern. Claudia Hauser richtete sich an die Jugendlichen mit dem Hinweis, dass die heute von einer meist älteren Generation getroffenen Entscheide, sich erst in der Zukunft auswirken würden und somit hauptsächlich die Jugendlichen betreffen würden. Es müssten sich alle bewusst werden, dass wer nicht wählt, trotzdem wählt, nicht das was er sich vorstellt, sondern das, was andere ihm vorgeben!