Das Wetter, der Ort und die Ansprache muss stimmen, will man die Leute für ein politisches Anliegen gewinnen. Zwei SP-ler der Sektion Spreitenbach waren am Samstag morgen im Einsatz für die kantonale Volksinitiative «Bezahlbare Krankenkassenprämien für alle». Am Schluss der Aktion konnte Nationalrat Max Chopard knapp vier Dutzend Unterschriften mitnehmen.

Eigentlich ist die Kreuzung zwischen Dorfstrasse, Poststasse und Chilegass kein offizieller Platz in Spreitenbach, aber jeder kennt die gefühlte Mitte des Dorfkerns. Der geräumige Ort mit Dorfbrunnen und Bach lädt zum einigermassen entspannten Einkaufen ein. Wie jeden Samstag besorgen sich Spreitenbachs Einwohner und viele Leute auf der Durchreise mit frischen Backwaren aus der nahe gelegenen Bäckerei, haben einen Termin beim Coiffeursalon oder besuchen das Blumengeschäft.

Hier stellte die SP Spreitenbach am vergangenen Samstag ihren Stand auf, gleich neben der alten, rotgestrichenen, Feuerwehr-Remise. Passt. Politische Werbung ist harte Arbeit aber sie trägt dieses Mal Früchte. Heute sind gerade nur zwei SPler auf den Beinen, die tapfer Freiwilligenarbeit leisten und losziehen, um Unterschriften zu sammeln.

Doch sie haben Glück: Das Anliegen der Aargauischen Kantonalpartei «Bezahlbare Krankenkassenprämien für alle» lässt wenig Leute kalt. Die Aargauische Volksinitiative «Bezahlbare Krankenkassenprämien für alle» fordert, dass Haushalte, die mehr als 10% ihres massgebenden Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben, Anspruch auf Prämienverbilligung haben. Das Gespür für den Druck, den gestiegene Krankenkassenprämien auf das Portemonnaie ausüben, ist zwar einkommensabhängig. Von der Grösse und Ausstattung des Autos mag man auf die politischen Ansichten der Motorfahrzeuglenker schliessen. Doch manchmal täuscht der erste Eindruck und die eine oder andere der Angesprochenen sorgten für positive Überraschung. Viele liessen sich in ein Gespräch verwickeln, hielten mit eigenen Rezepten dem Krankenkassen-Malaise entgegen. Andere schimpften über die Unzuverlässigkeit der Politik, denn «Engagement nütze ja doch nichts» – und unterschrieben dennoch. Wer nichts wagt, gewinnt keine knapp vier Dutzend Unterschriften! Das unermüdliche Zweierteam bekam am Schluss Verstärkung durch SP-Nationalrat Max Chopard, der am Schluss der Aktion am Stand vorbei schaute und mitwirkte.

Manuel Fischer, Textfarm