Dem Sprichwort getreu - „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ – erkundeten die Frauen des tsv zufikon bei herrlichem Wetter die schönen Winkel ihrer Heimat.

Am frühen Morgen versammelte sich eine muntere Schar zwanzig gut gelaunter Frauen auf dem alten Postplatz in Bremgarten. Zum Auftakt stärkten sich die erwartungsvollen Turnerinnen im „Marco Polo“ bei Kaffee und Gipfeli, bevor dann lauthals die Begrüssung und die ersten Anweisungen der Reiseleitung folgten.

Freiämterweg

Mit Bahn und Bus erreichte die aufgeweckte Schar Hilfikon-Sandbüel. Dort die Schnürsenkel nochmals fest gebunden, wanderte die schnatternde Truppe den braunen Wegweisern des Freiämterweges entlang. Am barocken Schloss Hilfikon vorbei, gelangte sie über einen schönen Waldweg zur St. Wendelins-kapelle in Sarmenstorf, wo sich zwischenzeitlich der Nebel aufgelöst hatte und der Wandergruppe nun auch schon die Sonne entgegenlachte. Auf der Anhöhe ging es zwischen grünen Wiesen und Maisfeldern, auf Waldpfaden vorbei am römischen Bad der Römervilla nach Bettwil, der höchstgelegenen Gemeinde des Kantons Aargau. In der Kneippanlage, die am renaturierten Erusbach an einem lauschigen Plätzchen mit wunderbarer Aussicht in die Alpenwelt zwischen Bettwil und Schongau liegt, gönnte sich die tsv-Gruppe eine kurze Pause und vergnügte sich auf dem kleinen Barfussweg und in der Wasser-tretanlage, was für die beanspruchten Füsse und Beine geradezu eine Wohltat war.

Beim Waldhaus Bettwil warteten auf die hungrigen Turnerinnen bereits das Grillfeuer und ein kleiner Apéro, welche zwei männliche Feen hingezaubert hatten. Nach gemütlichem Beisammensein machten sich die Wandervögel wieder auf für einen kurzen Fussmarsch nach Oberschongau, von wo aus sie mit dem Postauto nach Hitzkirch und mit der Seetalbahn nach Beinwil am See chauffiert wurden.

Hallwilersee

Das traumhafte Sommerwetter lockte die einen sogleich für eine Abkühlung in den tiefblauen See, in der Hoffnung dem Kaiman nicht zu begegnen, andere genossen die schöne Aussicht auf der Terrasse des Seehotels. Punkt fünf Uhr durften dann die Zimmer der Jugendherberge bezogen werden. Eine Stunde später marschierte die frischgeduschte Wandertruppe dem See entlang wieder los nach Birrwil, zum Abendessen in die Buurestube. Dort wurde fein schnabuliert, gerätselt, gewitzelt, fantasiert und gelacht, so dass dabei die Lachmuskeln arg strapaziert wurden, was sich auf dem Fussmarsch zurück nach Beinwil am See fortsetzte. Nach einem letzten Schlummertrunk im Seehotel zogen sich auch die letzten Nachtschwärmer in ihre Schlaf-gemächer zurück und versuchten - zum Teil vergeblich - ihren wohlverdienten Schlaf zu finden.

In alter Frische trafen sich die grünen Wandervögel am nächsten Morgen im Speisesaal zum Frühstück. Alsbald mussten sich alle am Schiffsteg besammeln für die Fahrt mit der MS Brestenberg nach Seengen.

Schloss Hallwyl

Nach dem Fotoshooting vor dem Schloss Hallwyl wurden die gespannten Turnerinnen für die gebuchten Workshops empfangen. Im Workshop „Süsses aus der Schlossküche“ erfuhr die eine Gruppe was Franziska Romana von Hallwyl im 18. Jahrhundert zum Kaffee reichte und durfte mit dem Brezeleisen hauchdünne Bretzeli zum sofortigen Geniessen backen. Die andere Gruppe lernte im Workshop „Heilsames aus der Kräuterapotheke“ wie man seinen eigenen Heiltrank braut. Denn Burkhard III. von Hallwyl behandelte in seinem „Arzneybuch“ sämtliche Krankheiten – vom Haarausfall bis zum Fusspilz. Selbst gegen die Pest wusste er Rat: Branntwein trinken.

Eichberg

Das nächste Etappenziel, der Eichberg, war bereits in Sichtweite. Die Turnerinnenschar verweilte noch etwas im schönen Schlosshof, bevor sie den steilen Aufstieg in Angriff nahm. Unter brütender Sonne erreichte sie erschöpft den Eichberg. Die Anstrengung wurde allerdings sogleich mit der herrlichen Aussicht auf den Hallwilersee belohnt. Nach dem feinen Dessert galt es noch den letzten Abschnitt durch den Wald nach Villmergen unter die Füsse zu nehmen und von dort mit Postauto und BDWM nach Hause zu reisen.

Die Zufiker Turnerinnen waren sich gewiss einig, in was für einer schönen Gegend sie doch daheim waren. Die beiden Reiseleiterinnen bedanken sich ganz herzlich bei den fröhlichen Wandervögeln.