Und schon sind die «zehn schönsten Tage alle zehn Jahre» wieder vorbei! Die Bergbahn Freienwil war auf dem Theaterplatz eine der Hauptattraktionen. Die Organisatoren sind «mega zufrieden»!  

Schon am Tag danach sind von den drei Gebäuden der Bergbahn Freienwil nur noch Bruchstücke zu sehen. Die Gondel, in der Dutzende von Candle-Light-Dinners serviert wurden, ist bereits auf dem Heimweg nach Lenzerheide. Die Take-Away-Station, in der leckere Hot Dogs über den Tresen gingen, wurde entsorgt. Die Bar, an der hochwertiger Gin und Champagner genauso in Strömen flossen wie Bier und Longdrinks, wurde ins Zürichbiet zu einem Käufer abtransportiert. Schrittweise wird auch das Restaurant-Gebäude entsorgt, in dem zehn Tage lang feine Alpen-Tapas auf den Tisch kamen. Interieur und Dekoration sind zu grossen Teilen an Liebhaber verkauft worden. Stephan Erne, Präsident des Vereins FaBaFa (Freienwil an die Badenfahrt), welche die erste Freienwiler Beiz an einer Badenfahrt seit 35 Jahren führte, zieht Bilanz.

Stephan Erne, 10 Tage Vollgas – wie fällt Ihr Fazit am «Tag danach» aus?
Wir sind jetzt vor allem müde, aber mega zufrieden. Niemals hätten wir damit gerechnet, dass es so gut läuft. Wir sind alle überwältigt von dem positiven Echo unserer Gäste, darunter auch andere Badenfahrt-Beizer. Das ist nicht selbstverständlich, hatte es dieses Jahr an dem Fest doch viele sehr coole Beizen.

Das dreiteilige Gastrokonzept war mit Restaurant, Bar und Take Away sehr ambitioniert für «Neulinge».
Uns ist schon klar: Noch grösser geht nicht mehr! Das Bar-Konzept funktionierte super. Wir hatten da sehr durchmischtes Publikum. Auf der einen Seite die jungen Gäste, die oft beim Nageln waren, daneben genehmigten sich die älteren Gäste Champagner oder hochwertigen Gin. Alles passte wunderbar nebeneinander. Oben im Restaurant war sicher das Jassturnier am zweiten Samstag ein Highlight. 36 Teilnehmende sassen an den langen Holztischen. Für unsere Tapas-Teller und die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Inneneinrichtung bekamen wir sehr viel Lob.

Mussten Sie auch Lehrgeld zahlen? 
Insgesamt lief alles gut, es gab keine Zwischenfälle und auch beim Bau keine Unfälle. Die Abläufe an der Badenfahrt selbst mussten sich natürlich einspielen. Der erste Samstag war der umsatzstärkste Tag, und da kamen wir im Restaurant an unsere Grenzen. Wir hatten 16 Helferinnen und Helfer pro Schicht, das war das Minimum. Das OK musste auch jeden Tag mit anpacken. Die Nachschublogistik spielte sich ein, aber leider war auf die Elektro-Geräte nicht so Verlass: Direkt am Anfang stieg zweimal der Geschirrspüler aus, und die Eismaschine versagte ihren Dienst. Wir konnten zum Glück gut reagieren. So stellte uns Dora Suter vom Dorfschöpfli spontan ihren Geschirrspüler zur Verfügung, das war natürlich perfekt.

Die Unterstützung von der Dorfbevölkerung war enorm, obwohl bei Projektstart vor drei Jahren auch skeptische Stimmen im Dorf zu hören waren.
Die Begeisterung sprang während des Aufbaus und des laufenden Festes total über. Wir hatten rund 200 Helfende aus dem Dorf und anderen Gemeinden, die für Bau und Betrieb gut 9000 Stunden Fronarbeit leisteten. Viele Helferinnen und Helfer trugen sich nach ihrem Einsatz spontan für weitere Schichten ein. Die grossen Vereine des Dorfes übernahmen ganze Schicht-Tage, aber es gab auch «Einzelkämpfer». Dabei lernten sich manche Einwohner erst kennen. Ich glaube, man darf sagen: Die Dorfbevölkerung ist dank der BBF enger zusammengerückt.

Wie lief die Zusammenarbeit mit dem OK der Badenfahrt?
Im Grossen und Ganzen war alles sehr gut. Zwei Dinge ärgerten uns jedoch: Zum einen, dass sehr viele Verpflegungsstände auf dem Theaterplatz waren, dadurch wurde die Sicht auf unsere Bergbahn ziemlich verstellt. Das andere war die doch sehr kleinliche Polizei, die am letzten Tag eine Minute nach Festschluss in Sheriff-Manier aufmarschierte, als wir mit den letzten Helfern noch die Gläser austrinken wollten. Das wäre nicht nötig gewesen. Zumal wir die Kassen bereits verstaut hatten.

Stichwort Kasse: Hat sich das Ganze finanziell gelohnt?
Wir schliessen sicher mit einem positiven Ergebnis ab und können auch noch ein Helferfest finanzieren sowie der Gemeinde den Organisationsvorschuss von 10 000 Franken zurückzahlen.

Zum Abschluss die Frage aller Fragen: Ist Freienwil an der nächsten Badenfahrt wieder mit einer Beiz dabei?
(lacht) Nun müssen wir erst mal mit dem aktuellen Projekt abschliessen und alles sacken lassen. Die BBF entstand ja aus einer Gruppe, die sich spontan konstituierte. Vielleicht gibt es in zwei bis drei Jahren wieder so eine Gruppe. Die Zeit wird es zeigen.