Reinach (AG)

Frauenfrühstück von Frauen für Frauen

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Mit vier verschiedenen Bootstypen, einem U-Boot, einem Ruderboot, einem Frachtkahn sowie einer schnellen und grossen Luxusjacht verglich die Referentin Ruth Spadin in ihrem Vortrag im ref. Kirchgemeindehaus die verschiedenen Persönlichkeitstypen.

Die Frauen, die im herbstlich geschmückten Saal das feine Frühstück genossen und gespannt den Vortrag erwarteten, unterschieden sich nicht nur äusserlich voneinander, sondern auch in ihrem ganzen Sein, ihrer Persönlichkeit. Auf diese Einzigartigkeit eines jeden Menschen bezog sich die Referentin in ihrem Vortrag über die Typologie nach F. Riemann und R. Ruthe. Ihre Erläuterungen, mit denen sie Hilfe zum besseren Verständnis von sich selbst, wie auch seinerMitmenschen anbot, wurden mit fröhlichen Klängen von drei Akkordeon-Spielerinnen umrahmt.

Was ist eine Typologie und wozu dient sie?
Typologien seien eine Hilfe, die Wesensart der Menschen besser zu verstehen. Sie seien Modelle, die jedoch nicht dazu dienten,die Mitmenschen zu schubladisieren, sondern sie besser zu verstehen und zu schätzen. Dies betonte die Referentin ganz stark und ermunterte dazu, nicht krampfhaft seine schwachen Seiten ausmerzen zu wollen, sondern vielmehr seine Stärken zum Guten einzusetzen und sich an ihnen zu freuen. So könne eine Typologie, verantwortlich angewandt, Hinweise auf Verhaltensweisen und Fähigkeiten geben und damit ein wertvolles Instrument zur Selbsteinschätzung sein. Ferner diene sie aber auch zum Verständnis von Verhaltensarten der Mitmenschen, sowie zur Erkenntnis derer Fähigkeiten, betonte die Referentin.

Die vier Persönlichkeitstypen
Die eigenständige Persönlichkeit verglich die Referentin mit einem U-Boot, die, wenn es ihr in der Gemeinschaft zu eng wird, meist ohne Vorwarnung abtaucht. Sie ist sehr selbstständig und unabhängig.
Ferner ist sie distanziert (kein Gefühlstyp), sachlich, unbestechlich, rational, sachbezogen, verlässlich, verschwiegen und organisiert. Ihre Schwächen zeigen sich darin, dass sie oft einsam, isoliert, unpersönlich, kontaktscheu, gefühlsarm, arbeitssüchtig und eher ehe- und familienscheu ist. Eine solche Persönlichkeit würde eher technische und wissenschaftlicheBerufe bevorzugen, meinte Frau Spadin. In Beziehungen möchte sie nicht eingeengt werden, mache meist nützliche, sinnvolle Geschenke, halte Versprechen und treffe keine leichtfertigen Lebensentscheide. Sie neige zur Arbeitssucht und müsse lernen, das Wagnis des Vertrauens und der Beziehung einzugehen.Im Gegensatz stehe die Beziehungs-Persönlichkeit, die mit einem Ruderboot verglichen werden könne. Diese liebe die Nähe und die Beziehung zu einzelnen Menschen, die sie dann ganz vereinnahme, erklärte Frau Spadin. Die Beziehungspersönlichkeit sei eine opferbereite, kontaktbedürftige, hilfsbereite, gefühlsbetonte Person, die Angst vor Ungeborgenheit und dem Verlassenwerden habe. Ferner sei sie bescheiden, sensibel sozial, künstlerisch begabt und ein guter Mitspieler (teamfähig). Jedoch bestehe die Gefahr, dass sie zu abhängig, konfliktscheu, nachtragend, strukturlos, perfektionistisch sowie ausnutzbar usw. sei. Diesen Menschentyp finde man vor allem in sozialen, pädagogischen und künstlerischen Berufen. Erwürde zur Beziehungssucht (Eifersucht) neigen und müsse lernen, von anderen etwas entgegen zu nehmen und sich abzugrenzen.Die beständige Persönlichkeit könne man mit dem Frachtkahn auf einem See oder Fluss vergleichen, der seine tägliche Routine kenne und nicht gerne unliebsame Ueberraschungen habe. Diese Art von Menschsei zuverlässig, bewahrend, gewissenhaft, ordentlich, strukturiert, ausdauernd, traditionsbewusst, korrekt und treu, könne jedoch pedantisch, unflexibel, übergesetzlich, fanatisch, tyrannisch, übersauber, unerbittlich usw. wirken. Sie sei oft in Berufen, wo Disziplin und Ordnung gefordert werden, anzutreffen (Verwalter, Beamter, Buchhalter usw.). Veränderungen, Experimente, Ueberraschungen, gerade auch in Beziehungen, möge sie nicht. Sie neige unter Umständen zu Habsucht und müsse das Wagnis der Flexibilität und Aktivität lernen.Die Freiheits-Persönlichkeit könne man mit einer schnellen und grossen Luxusjacht vergleichen, denn sie liebe die Freiheit, die Spontanität, das Unkonventionelle, Grosse, Weite, Luxuriöse, betonte die Referentin. Sie stünde gerne im Mittelpunkt, sei lebensbejahend, vielseitig, kreativ, flexibel, initiativ, mitreissend, humorvoll kontaktfähig, grosszügig usw. Jedoch sei sie wenig beharrlich, unbeständig, geltungssüchtig, unzuverlässig, verschwenderisch, undiplomatisch usw. Zu finden sei diese Persönlichkeit oft in Kunst, Kultur und Forschung. Mit solchen Menschen werde es auch in Beziehungen nie langweilig, jedoch müssten sie ganz allgemein lernen, mehr verbindlich zu sein. Oft würden sie auch zu Spiel- oder Kaufsucht neigen.

Wer bin ich?
Jeder Mensch sei eine Mischung aus allen vier Persönlichkeitsarten, wobei es zu ganz unterschiedlichen Mischungen komme, erklärte die Referentin, wobei meistens deren zwei vorherrschten. Wenn jeweils zwei Charaktertypen gegensätzlich angelegt seien, würden sich mehr innere Spannungen ergeben. Solche würden sich besonders in Beziehungen äussern. Da gelte es dann, Meinungen und Lebensüberzeugungen des Gegenübers wahr- und anzunehmen, woraus ein grosser Gewinn für die Beziehung wachsen könne. Oft sei es schwierig, herauszufinden, wer man selber sei. Das sei gar nicht so einfach, doch jemand habe dies ganz bestimmt gewusst, Gott unser Schöpfer, der von sich sagte: „Mein Name ist: Ich bin, der ich bin!" bemerkte die Referentin. Im Neuen Testament zeige uns Gott dann durch Jesus, was das „Ich bin" heisst (Brot, Wasser des Lebens, guter Hirte, der Weg, die Wahrheit und das Leben). So wie Jesus viele Facetten in sich vereine, so hätten wir viele davon in unserer Persönlichkeit. Die Referentin wies darauf hin, dass die Menschen zur Gemeinschaft mit Gott geschaffen seien und mit ihm versöhnt zu sein, heisse, sich selber anzunehmen. Wir seien Originale, von Gott geschaffen, und darum sei unser Typ gefragt. Sie rief dazu auf, auf seine Stärken zu sehen und nicht krampfhaft zu versuchen, seine Schwächen auszumerzen. Mit dieser Ermutigung schloss sie ihren aufschlussreichen Vortrag.
CD's davon können bei M. Sigrist, Breitestrasse 51, 5734 Reinach, Tel.Nr. 062 771 42 48 für Fr. 11.-- bezogen werden. Das nächste Treffen findet nächstes Jahr am 5. März 2011 statt. Regula Schwab aus Küttingen spricht dann zum Thema: „Umgang mit Enttäuschungen".

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