Endingen

Fotovoltaik in deutschland und der Schweiz: gestern-heute-morgen

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Mit Stefan Drayer, Hohentengen und Geri Laube, Böbikon referierten in Endingen zwei äusserts erfahrene Erbauer von Solaranlagen zur Geschichte der Solarförderung beidseits des Rheins. Die Moderatorin Astrid Andermatt  hat im Namen der IG SOLE und des Vereins Solar Endingen dazu eingeladen.

In einer gut gefüllten Aula der Bezirksschule Endingen erfuhren die vielen Interessierten viel Neues zu diesem Thema. Wir Schweizer sind ja stets ein wenig neidisch, wenn wir die vielen Solaranlagen auf den Dächern in Süddeutschland sehen. Deutschland ist nach wie vor europäisch an erster Stelle bezüglich Solarstromproduktion pro Kopf. Die Schweiz ist umringt von Staaten, welche allesamt diesbezüglich besser dastehen, folgt sie doch erst an neunter Stelle. Wollen wir den Atomausstieg schaffen, müssen noch gewaltige Anstrengungen unternommen werden.

In Deutschland wurde dieser Aufschwung auch nur möglich Dank staatlichen Lenkungsmassnahmen, welche aber momentan von der jetzigen Regierung massiv reduziert wurden. Den europäischen Modulherstellern wurde aber auch das enorme Engagement von asiatischen Produzenten zum Verhängnis, da diese in riesigen Mengen und mit sehr billigen Arbeitskräften produzieren können. Daher sind diese Module deutlich günstiger. Der Preis einerseits ist seit 2008 förmlich zusammengebrochen, sehr zur Freude der Konsumenten und andererseits ist die Effizienz der Module und somit der Ertrag pro Quadratmeter deutlich gesteigert worden. Diese Entwicklung wird sich wohl fortsetzen, bezüglich Preis könnte aber der Tiefstwert in etwa erreicht sein.

Momentan wird auf dem Gebiet der Speichertechnik sehr intensiv geforscht, gilt es doch den produzierten Strom auch dann zur Verfügung zu haben, wenn die Sonne nicht oder nicht mehr scheint. Wenn man sieht, was in Forschung und Entwicklung in kürzester Zeit möglich ist, wenn ein wirtschaftlicher Anreiz besteht, kann man davon ausgehen, dass auf diesem Sektor einiges passieren wird.

In vielen Punkten waren sich die beiden Fachmänner einig, beispielsweise raten beide von Hybridkollektoren ab, da unsere Dachflächen zu wertvoll für die Stromproduktion sind, in einem Punkt sind sie nicht gleicher Meinung. Stefan Drayer ist davon überzeugt, das der finanzielle Deckel in der Schweiz  bei der KEV unbedingt weg müsste, damit in kurzer Zeit der Beweis erbracht werden kann für einen möglichen Ausstieg. Gerry Laube ist eigentlich froh, dass die Entwicklung nicht allzu rasant erfolgt, ist doch ein geordnetes Wachstum nachhaltiger bezüglich Arbeitsmarkt. Beide sind aber überzeugt, dass es in wenigen Jahren keine Lenkungsabgaben mehr brauchen wird, da der Strompreis für Solarstrom bald besser sein wird als derjenige für Atomstrom.

Durch die anschliessende Diskussion führte Astrid Andermatt in gewohnter sicherer und lockerer Manier. Sie wurde sehr  rege genutzt und viele weitere Themen wurden angesprochen. Der Grossteil der Anwesenden diskutierte beim anschliessenden Apéro noch gut eine Stunde weiter und es hat sich bestätigt, dass das Interesse nach wie vor riesig ist, energieunabhängig zu werden.

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