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Flurumgang in Lupfig zum Thema «Rückzugstreifen»

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Rund 50 Personen liessen sich informieren

Am Eiteberg in Lupfig hat eine Flurbegehung zum Thema „Rückzugstreifen" stattgefunden. Diese bieten den Insekten Unterschlupf, wenn das Gras gemäht wird. Forscher von der Agroscope Reckenholz Tänikon und Landbewirtschafter Ruedi Bertschi gaben in Lupfig Auskunft.

Diesen Frühsommer gaben Wiesen im Zebra-Look zu reden: Einige Aargauer Bauern hatten beim Mähen der Felder schmale Grasstreifen stehen gelassen. Dabei handelt es sich um so genannte Rückzugsstreifen auf besonders artenreichen Wiesen, in denen Insekten nach dem Mähen Unterschlupf finden. Beim nächsten Schnitt einige Wochen später mäht der Bauer diese Streifen mit und lässt das Gras an einer anderen Stelle stehen. Für Mehraufwand und Ertragsausfall erhält er einen Beitrag.

Auslöser war eine Studie der Forschungsanstalt Agroscope Tänikon in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich. Untersucht wurden die Auswirkungen des Ernteprozesses auf wirbellose Tiere. Dabei erwiesen sich die Rückzugsstreifen als sehr positiv für die Insektenpopulation. Der Kanton Aargau gehört zu den 13 Kantonen, die das Projekt mitfinanzieren und ist einer der ersten, der die Erkenntnisse bereits umsetzt.

„Jetzt bekommen die Bauern auch noch Geld dafür, dass sie nicht mähen", kommentierten einige angesichts der Zebra-Wiesen. „Da ist Aufklärungsarbeit nötig", befand die Interessegemeinschaft Natur und Landwirtschaft und lud zu einer Flurbegehung auf den Eiteberg in Lupfig. Lohnunternehmer Urs Anderegg startete vor zahlreichem Publikum seinen Traktor und mähte einige Streifen Gras. Die Heuschrecken retteten sich in den ungeschnittenen Streifen. Dort hatte sich ihre Anzahl nach dem Mähen mehr als verdoppelt, wie die folgende Auszählung ergab. Das entspricht genau dem Resultat der Untersuchung, über die Thomas Walter und Jean-Yves Humbert von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz Tänikon an der Flurbegehung informierten.

Landwirt Ruedi Bertschi aus Lupfig bewirtschaftet das Land am Eitenberg. Er freut sich über das vielfältige Leben, das sich auf seiner artenreichen Wiese entwickelt hat. Zwar seien die Rückzugsstreifen umständlich zum Bewirtschaften der Wiese, gab er an der Flurbegehung Auskunft. Aber das nimmt er in Kauf, um den Insekten bessere Chancen zu geben. Wohl gebe es eine finanzielle Entschädigung - „aber es braucht auch etwas „Gspüri" und Freude an der Sache".

Ruth Aerni

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