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Feuerwehrtag der Schulen Villigen, Rüfenach und Remigen

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Spannender Tag

Bei dichtem Nebel und feuchtkalten 2°C führte die Feuerwehr Geissberg am Freitagmorgen, 21. Oktober 2011 auf dem Gelände der Schule Rüfenach einen Feuerwehrtag für die Dritt-, Viert- und Fünftklässler durch.
Feuerwehrkommandant André Jacquat begrüsste die Kinderschar, danach wurden alle einer Gruppe zugeteilt und schon ging es beim ersten Posten los. Ein "Verletzter" lag dort, mit roter Wunde auf der Stirn, einem blau-verstauchten Knöchel und einer Handverletzung. Die Sanität legte ihm fachmännisch Verbände an, danach übten dies die Kinder. Es ging lustig zu und her, sahen sie mit ihren Verbandshäubchen um den Kopf doch wie vom vorletzten Jahrhundert aus.

Wechsel zum nächsten Posten. Vier Feuerwehrmänner der Atemschutztruppe empfingen uns. Sie zeigten den Kindern ihre Atemmaske, den Druckbehälter für die Atemluft und das 100 m lange Seil, an dem diese Männer bei einem Einsatz mit starker Rauchentwicklung wieder den Weg nach draussen finden.

Wechsel zum nächsten Posten. Die Kinder wurden mit schwarzen Augenbinden und undurchsichtigen Brillen blind auf einen Parcours geschickt. Zwischen verschiedenen Spielgeräten auf dem Pausenplatz mussten sie sich ihren Weg entlang der Führungsleine ertasten. Was dem "Sehenden" so einfach erschien, erwies sich für die "Blinden" als echte Herausforderung.

Kurz vor 10 Uhr strömten alle Kinder, Lehrer und Feuerwehrleute auf dem Pausenplatz zusammen. Die Feuerwehr Geissberg offerierte einen Znüni mit ganz feinen Brötchen und Äpfeln. Frisch gestärkt aber schon ziemlich durchfroren machten sich die Gruppen wieder zum nächsten Posten auf.

Angelehnt an einen Zaun stand die Holzfassade eines etwa eineinhalb Meter hohen Spielhäuschens. Zwischen zwei Teams fand nun ein Löschwettbewerb mit Eimerspritzen statt. Wie die Wilden pumpten die Kinder auf und ab, während die "Rohrführer" versuchten, die brennenden Fenster des Häuschens zu treffen. War der Druck des Wassers hoch genug und das Ziel getroffen, klappte das Fenster nach innen. Wer zuerst alle seine Fenster gelöscht hatte, war Sieger.

Wechsel zum nächsten Posten. Was brennt, was nicht? Auf einem Tisch lagen verschiedene Gegenstände: Holzscheite, Radiergummis, Plastikbecher, Mehl, Wachskerzen, Plüschtiere. Brennt nun Mehl oder nicht? Was passiert, wenn man mit dem Bunsenbrenner den Plastikbecher zum Brennen bringt? Warum ist brennender Plastik gefährlich? Vorab erarbeitete ein Feuerwehrmann mit den Kindern, was es für eine Verbrennung braucht: Sauerstoff, Brennstoff und Wärme. Um einen Brand zu löschen, muss die Feuerwehr eines dieser drei Element entfernen können.

Wechsel zum nächsten Posten. Im Zentrum stand das neue, imposante Tanklöschfahrzeug (TLF) der Feuerwehr Geissberg. Wie die Abkürzung "TLF" es bereits sagt, muss in diesem Fahrzeug ein Tank versteckt sein. Die Kinder entdeckten ihn im Inneren, von Schläuchen und Gerätschaften verdeckt. Was braucht es noch zum Löschen? Wasser haben wir, die Schläuche sind angeschlossen, und nun? Die Schläuche sind noch schlapp und weich. Also brauchen wir Druck. Per Knopfdruck wurde das TLF gestartet und die Pumpe in Betrieb gesetzt. Alle rannten vom TLF weg den Schläuchen entlang bis zum Strahlrohr, das auf dem Pausenplatz lag. Gemeinsam hoben sie den Schlauch, der noch immer weich und relativ leicht war. Der Feuerwehrmann schrie Richtung TLF: "Nummer eins, Wasser!" Blitzartig wurde der Schlauch prall und schwer und aus dem Strahlrohr schoss nun Wasser. In der Zwischenzeit war die andere Hälfte unserer Gruppe zu einer kurzen Spritzfahrt mit dem Mannschaftstransportfahrzeug aufgebrochen. Darum erklang an diesem Morgen in regelmässigen Abständen das Martinshorn durch den Nebel.

Wechsel zum nächsten Posten. Schon ganz steif vor Kälte begaben wir uns in den Keller des Schulhauses. Eine wohlige Wärme empfing uns, die Jacken konnten abgelegt werden. Den Kindern wurde die Wärmebildkamera gezeigt und erklärt. Im finsteren Luftschutzkeller machten sie auf der Kamera helle Flecken aus, schliesslich winkte ihnen aus der völligen Dunkelheit eine weisse Figur zu. Ein Druck auf den Schalter brachte Licht in die Sache: Die hellen Flecken waren ein Lötkolben, ein Waffeleisen, Heizungsrohre und natürlich kein Geist, sondern ein Feuerwehrmann, der sich auf den Boden gelegt hatte.

Tatsächlich hatte sich inzwischen der Nebel verzogen und die Sonne schien. Alle Teilnehmer und Feuerwehrleute versammelten sich auf dem Pausenplatz fürs Finale.
Wie bei der Herstellung von Pommes Frites wurde ein Liter Öl in einer Pfanne erhitzt. Aus gebührendem Abstand wurde in dieses heisse Öl mit einer Vorrichtung 1 dl Wasser gegossen. Die Stichflamme, die dadurch entstand, war schlicht gigantisch! Um zu demonstrieren, wie eine brennende Friteuse fachmännisch gelöscht werden muss, wurde einfach eine Feuerlöschdecke darüber gelegt.
Zum Schluss legte ein Feuerwehrmann eine kleine Gaskartusche, wie sie für Campingkocher verwendet werden, auf ein Feuer. Darüber stülpte er ein massives Schutzgitter, das er mit einem schweren Stein zusätzlich sicherte. Es dauerte eine ganze Weile, bis es ein hörbares "Plopp" gab, als der nach innen bombierte Boden vom Druck nach aussen gepresst wurde. Kurz danach knallte es heftig, als die Kartusche explodierte. Nach dem Hinweis, diese Versuche zuhause nicht nachzumachen, wurden die Schüler entlassen. Dieser Morgen war perfekt organisiert, spannend und lehrreich für alle Teilnehmer gewesen. Die Schüler bedankten sich bei der Feuerwehr Geissberg mit einem kräftigen Applaus.(kbu)

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