Am Sonntagmorgen war das Haus voll! Verschiedene Kulturen haben zu einem Fest eingeladen nämlich die Evangelisch-methodistische Kirche Aarau (vorwiegend deutschsprachig) und die neue, arabischsprechende Gemeinde, welche unter dem gleichen Dach zusammen kommt. Der Mix der Kulturen führte zu einem fröhlichen und bereichernden Miteinander. Die Evangelisch-methodistische Kirche in Aarau hatte sich schon seit drei Jahren für Menschen aus anderen Nationen geöffnet. Durch die Begegnung mit syrischen Flüchtlingen war eine kleine Gemeinschaft von arabisch sprechenden Menschen entstanden. Ein internationaler Treffpunkt für Migranten „Marhaba“ wurde zum Türöffner. Jeden Mittwochnachmittag ist dieser Treffpunkt in der Pauluskirche in Funktion: Getränke und Gebäck werden angeboten, Gespräche mit Menschen, welche bereit sind eine helfende Hand zu reichen. Vor und nach dem Treffpunkt werden Deutschkurse angeboten. Unlängst hat die Kirchgemeinde auch der Hilfsorganisation „Tischlein deck dich“ die Türen geöffnet. Da können Minderbemittelte die nötigen Lebensmittel bekommen. Jeden zweiten Sonntag trifft sich die arabischsprechende Gemeinde zum Gottesdienst mit anschließendem Mittagessen. Eine Gruppe von 50 bis 60 Personen, vor allem Familien mit Kindern, schätzt diese Gemeinschaft unter arabischsprechenden Menschen. Anna und Rami Ziadeh, welche als syrische Christen zur Gemeinde gestoßen sind, haben die Verantwortung für den Arabisch-Treff übernommen und nehmen gleichzeitig an Kursen der Höheren Fachschule für Mission und Diakonie (TDS) in Aarau teil. In regelmäßigen Abständen feiern die arabischsprechende Gemeinde und die deutschsprachige Gemeinde gemeinsame Gottesdienste in zwei Sprachen. Am Sonntag, den 29. Juni 2014, war dies ein besonderes Fest. Sechs Personen aus der arabischsprachigen Welt und zwei Personen aus Persien haben sich als Mitglieder der Gemeinde angeschlossen. Die Pfarrerin Sylvia Minder und Anna Ziadeh (Verantwortlich für den Arabisch-Treff) leiteten den zweisprachigen Gottesdienst. Wo nötig wurde Übersetzung angeboten. Zugewanderte Personen zeigen meist eine schnelle Auffassungsgabe, sodass sie auch auf Deutsch kommunizieren können. Auf der Schweizer Seite ist wenig Mut da, sich der Herausforderung der arabischen Sprache zu stellen. Das Lobpreisteam und die Musikanten bildeten ebenfalls ein Abbild der multikulturellen Zusammenarbeit. Für einmal waren es vor allem Schweizer, welche das Mittagessen vorbereiteten. Oft hatten sie schon mit der arabischen Küche Bekanntschaft gemacht. Man sagt schnell, die Liebe gehe durch den Magen! Jedoch entspringt das, was diese Menschen, Männer, Frauen und Kinder, über die Grenzen der Sprachen und Kulturen hinweg verbindet, der gemeinsamen Liebe zu Christus. Sie wollen diesem Jesus nachfolgen in ihrem Leben und dadurch die Welt verändern. Am Ende des Gottesdienstes wurde nach dem Segen ein arabisches Lied vom Frieden für alle Völker gesungen. Viele von denen, welche Arabisch mitgesungen haben, wissen, dass Krieg und Hass keine Lösungen für das Zusammenleben der Ethnien und Religionen bringen können. Nur der gegenseitige Respekt macht das Zusammenleben möglich.