Muri (AG)

Ferien Stiftung Roth-Haus Muri

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Ein Blick aus dem Fenster, Stau auf der Gegenfahrbahn. Während es hunderte von Sonnenhungrigen in den Süden zieht, sind wir unterwegs Richtung Norden.
Nun, nicht Schweden oder Norwegen, aber immerhin bis über die Landesgrenze ins Bodenseegebiet Nähe Lindau. Für die Klienten, wie auch für uns Betreuer ein neuer, unbekannter Ferienort.

Ein kleiner Weiler, der grosses verspricht. Zwei grosszügige, behindertengerechte Wohnungen laden uns ein, um uns Zuhause zu fühlen. Kaum sind die Koffer ausgepackt, sitzen wir gemeinsam beim „Zvieri“ auf dem überdachten Gartenplatz.
Wiesen, auf denen wir Frisbee spielen, der deutschen Nationalmannschaft
im Fussball nacheifern, im Schatten eines grossen Holunderstrauches
faulenzen werden. Blicke über Maisfelder hinweg auf immer wieder kehrende Hopfenplantagen. Zerstreut einzelne Bauernhöfe, die ihre landwirtschaftlichen Produkte anbieten. (Allerdings, das erwartete Hopfen-Malz-Getränk gibt es nicht direkt vom Hof.)

Ferienstimmung kommt schnell auf. Petrus meint es gut mit uns. Die Klienten helfen nach ihren Möglichkeiten bei der Zubereitung von einem reichhaltigen gemischten Salat, legen Holzscheite aufs Feuer und allen zieht die Grillade das Wasser im Mund zusammen.

Den Verdauungsspaziergang verschieben wir auf den nächsten Tag und geniessen die einbrechende Dunkelheit und Ruhe. Sieben Tage ausserhalb vom Roth-Haus ausschlafen können, sieben Tage ohne vorgegebenen Stundenplan. Sieben Tage stressfreies Geniessen. Ausflug nach Lindau…Stau…weiter nach Meersburg…Stau…keine freien Parkplätze…wir sind nicht die Einzigen, die die Region Bodensee entdecken wollen.

Weg vom Tourismuskuchen gibt es für uns frisch gebackenen Kirsch-Kuchen unter Kastanienbäumen eines ländlichen „Gartenbeizlis“.

Viele Eindrücke, nicht nur das WM Fussball Finale, auch die Düfte des frisch gemähten Grases, der Blick in den sternenklaren Nachthimmel, das Streicheln der Katze, die dafür sorgt, dass wir nicht zu viel brunchen. Die Laute der Mäusebussarde, das erfrischende Fussbad im nahegelegenen Bächlein sind Ferien pur.

Höhepunkt ist nicht eine Sightseeingtour mit einem Doppeldeckbus der Strandpromenade entlang, sondern eine Traktorenfahrt (Modell 50er Jahre) über holprige Feldwege, zwischen belebten Weilern hindurch, durch Wälder zurück in unser Feriendomizil.

Ans Packen scheinen dieses Jahr die Klienten nicht zu denken.

„Wei mer nid no e Wuche blibe?“ Leider geht das nicht. Aber M. hat eine glänzende Idee: „Ich lasse den Frisbee hier, dann kommen wir nächstes Jahr bestimmt wieder hierher. Hier gefällt es mir nämlich.“

Dieser Meinung schliessen wir uns alle an und bedanken uns an dieser Stelle bei allen, die uns dieses Ferienlager ermöglicht haben.

Markus Delz

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