Aarau

FDP Frauen befassen sich mit dem Thema Sicherheit

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Stephan Attiger mit Grossratskandidatinnen FDP. von links: Dora Farrell, Maja Riniker, Désirée Mollet, Jeanine Glarner, Renate Gautschy, Stephan Attiger, Sabina Freiermuth, Martina Sigg, Claudia Hauser, Margrit Weber, Barla Degonda, Andrea Laube, Christine Keller

Anlass FDP Frauen

Stephan Attiger mit Grossratskandidatinnen FDP. von links: Dora Farrell, Maja Riniker, Désirée Mollet, Jeanine Glarner, Renate Gautschy, Stephan Attiger, Sabina Freiermuth, Martina Sigg, Claudia Hauser, Margrit Weber, Barla Degonda, Andrea Laube, Christine Keller

Kantonalpräsidentin Martina Sigg konnte in der Aula der Alten Kantonsschule Aarau eine stattliche Anzahl Frauen und Männer zur Kantonalen Jahrestagung begrüssen und freute sich über die Präsenz etlicher Grossratskandidatinnen.

Regierungsratskandidat Stephan Attiger, Baden, führte ins Thema ein. Momentan verbindet die aargauische Bevölkerung das Thema „Sicherheit“ vornehmlich mit der stark angestiegenen Kleinkriminalität. Eine vom Regierungsrat eigens aufgestellte Task Force leitete verschiedene Massnahmen ein, welche den Trend zu brechen vermochten. Nun sei es umso wichtiger, so Attiger, dass die Anstrengungen beibehalten würden. Die FDP fordere von der Regierung desweiteren Abklärungen über die mögliche Einrichtung eines eigenen Sicherheitsdepartements, wie dies in zahlreichen Kantonen bereits existiere.

Hptm André Zumsteg, Chef Kapo West, referierte anschliessend über die Polizeiarbeit im Kanton Aargau. Das Corps von gegenwärtig 600 PolizistInnen (plus 100 Zivilangestellten) befasst sich vornehmlich mit den „Produktegruppen“ Sicherheit, Kriminalität und Verkehr. Eine besondere Herausforderung stellt die Situation um den noch immer ungenügenden Polizeibestand dar. Die Forderung aus der Initiative „Mehr Sicherheit für alle“ (2006), bis ins Jahr 2017 pro 720 Einwohner eine/n Polizisten/in bereitzustellen, ist noch nicht erfüllt. Weitere Handlungsfelder bestehen in der Umsetzung der neuen Strafprozessordnung. Hinzu kommt eine grundlegende Untersuchung der Sicherheitsarchitektur im Kanton. Mit Spannung wird dazu im Herbst der Polizeibericht des Kantons erwartet. Lücken im nationalen Umfeld ortet Hptm Zumsteg vor allem im Fehlen einer Polizeireserve für besondere Aufgaben sowie in der Tatsache, dass noch immer keine kantonsübergreifende Polizei-Informatik existiert.

Im zweiten Teil des Abends befasste sich Roland Hodel, langjähriger Polizist bei der Zuger Polizei und heute Inhaber einer Sicherheitsfirma, mit der Frage „Wie entsteht Gewalt und auf welche Weise kann ich die Eskalation verhindern?“ Die 3D-Strategie Diskussion – Deeskalation – Durchgreifen, wie sie in der heutigen Polizeiarbeit angewendet wird, funktioniert seiner Meinung nach auch für Zivilpersonen. Unabdingbar ist jedoch, dass mit dem – immer adäquaten - Eingreifen nicht zu lange gewartet wird. Anschaulich stellt Hodel dar, wie das subjektive Verhalten Opfer verursachen oder eben verhindern kann. Die aufmerksame Wahrnehmung des Umfelds sowie das Vertrauen in die eigene Intuition spielen dabei eine übergeordnete Rolle. Und: Auch Täter sind durch Körpersignale beeinflussbar!

Im Schlusswort beschrieb Nationalrätin Corina Eichenberger die Aargauer Polizei als „in der Zahl sehr knapp und in der Qualität sehr hoch“. Das Schweizervolk habe zur Polizei traditionsgemäss ein ambivalentes Verhältnis: jederzeit grösstmögliche Sicherheit, aber bitte ohne fühlbare polizeiliche Überwachung... Zur Ergänzung der Polizei ziehe man für bestimmte Aufgaben wie Verkehrsregelung oder Objektbewachung auch die Armee herbei. Als weitere Sicherheitsakteure dürften die Feuerwehr, der Zivilschutz und die Sanität nicht vergessen werden.

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