Windisch

FCA-Stars zu Besuch im Chapfschulhaus in Windisch

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Am ersten warmen Frühlingstag hatten 25 Chapf-Schüler die Gelegenheit, Ivan Benito und Frédéric Page für einmal aus nächster Nähe zu sehen. Die beiden FC Aarau-Fussballer erzählten aus ihrem Berufsalltag.

Am ersten warmen Frühlingstag hatten fünfundzwanzig Chapf-Schüler die Gelegenheit, Ivan Benito und Frédéric Page für einmal aus nächster Nähe zu sehen. Die beiden FC Aarau-Fussballer erzählten aus ihrem Berufsalltag und von ihrer Karriere.

Mit einem Hauch Ehrfurcht und Bewunderung musterten die Schüler zu Beginn der Begegnung den Goalie und den Capitan des FC Aarau. Doch ganz bald stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden sympathischen Männern ebenso gut um zwei Jungs von nebenan handeln könnte. Haben die beiden doch eine vergleichbare Schulkarriere hinter sich und eine Lehre abgeschlossen, wie es sich alle Zuhörer auch wünschen. Benito und Page durchlebten ihre ganze Fussballjuniorenzeit beim FC Aarau. Sie profitierten zwar von Förderverträgen, nicht aber von den Möglichkeiten, die junge Sporttalente heute haben. Sportschulen gab es damals noch nicht. Nur einmal trennten sich die Wege von Benito und Page, als sie ihre Karrieren in Italien und Deutschland weiter vorantrieben. Zurückgekehrt, fassten sie wieder bei ihrem Jugendclub Fuss und geniessen hier das Nebeneinander von Beruf und Familie in der vertrauten Umgebung. Nie ist aber sicher, ob es so bleiben wird. Page erklärt, dass Fussball eine Lebenssituation sei, die von Flexibilität bestimmt werde. Nie könne man wissen, wo man morgen sei. Auf die Zukunft angesprochen, würden beide gerne für den FC Aarau auch noch ins neue Stadion einlaufen, sofern nicht ein spannender Anruf von einem europäischen Spitzenclub kommt.
Den Jungs fehlte es nicht an Fragen. So erfuhren sie, dass auch der Traumjob Fussballer geprägt ist von Auf und Abs. Wie die Schüler erleben auch die Fussballer Phasen der Unlust, doch es erscheint ihnen zu einfach, einfach aufzuhören. Page erzählt von einer Krise, die er als junger Nachwuchs-Nationalspieler erlebte. Erst der Flug mit dem Nati-Team ins vom Krieg geschüttelte Kroatien öffnete ihm die Augen. Was waren seine Probleme im Vergleich zu den Problemen der Menschen in der zerbombten Stadt in Kroatien. In den jungen Jahren war es der grosse Ehrgeiz, der Benito und Page zu dem brachte, was sie heute sind. Freunde, Ausgang und Mädchengeschichten mit den Erwartungen und Pflichten des Fussballs unter einen Hut zu bringen war schwierig. Auf Vieles mussten die beiden verzichten. So erinnern sie sich gerne an ihre unbeschwerte Schulzeit zurück.
Ein Schüler wollte wissen, wie das Nebeneinander von Fussballern aus so unterschiedlichen Kulturen funktioniert. Benito meint, dass Fussball eine einfache Sprache habe. Jedes Team habe ein Ziel, das nur gemeinsam erreicht werden könne. So passten sich die Spieler einander an, hätten keine Vorurteile und wollten niemanden verändern. Benito findet es schön, im Team so viele Kulturen zu erleben. Rassismus und Diskriminierung käme in ihrem Sport wenig vor. Der Sport lasse das Miteinander zu und so solle es auch bleiben. Die Sprachgewandtheit der Fussballer ermöglicht die Verständigung untereinander.
Benito fühlt im Tor mit den gegnerischen Fans im Rücken keine Angst, aber Respekt sei da. Er sieht die Fans in England als Vorbild. Sie leben den Fussball als Kultur, die durch Respekt und Anerkennung geprägt ist. Benito und Page finden es schade, dass fehlender Respekt leider zum Schweizer Fussball gehört. Der FC Aarau lebt aber von seinen Fans. Sie geben sehr viel, was nichts mit Gewalt zu tun hat, also bekommen sie von den Spielern auch etwas zurück. Unsportlichkeiten auf dem Fussballplatz, die wir jedes Wochenende am Fernseher vorgeführt bekommen, nehmen die Spieler nicht so persönlich. Nach dem Abpfiff gibt es kein Nachher, die Sache ist vorbei. Es wäre schön, wenn die Jugendlichen in ihrem Alltag dies auch vermehrt so annehmen könnten wie es ist und nicht Racheakte und Abrechnungen nötig sind.
Zum Schluss der Veranstaltung führten Benito und Page einen Wettbewerb durch. Die glücklichen Gewinner durften ein FCA-Trikot, einen FCA-Ball und Benito-Goaliehandschuhe entgegennehmen. Mit leeren Händen musste aber niemand den Raum verlassen. Die beiden Fussballer verteilten Autogrammkarten und Eintrittskarten für das nächste FC Aarau-Heimspiel. Benito und Page strahlten viel Persönlichkeit aus. Die Begegnung mit den beiden Fussballstars war für die jungen Hobbyfussballer des Chapfschulhauses eine Bereicherung für ihren "Fussballhorizont". (Uhe)

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