Bereits ein paar Wochen vor dem Besuch des Fasnachtsumzugs in Triengen lag Spannung in der Luft. Fragen standen im Raum wie: „Wer wird sich als wer verkleiden? Wie wirst du dich schminken? Hast du schon ein Kostüm?“

Die Gruppe Chamäleon entschied sich, dieses Jahr einheitlich als Asterix und Obelix inklusive wandelnder Hinkelsteine aufzutreten. Dazu wurden fleissig Helme gebastelt und rote Zöpfe geflochten, graue Eimer in Steinbrocken verwandelt und passende Kleidung besorgt.

Am 28. Februar war es dann so weit. Das Mittagessen wurde vorverlegt, damit genügend Zeit zum Schminken und Verkleiden blieb.  Welche eine Freude, sich in eine Hexe, in ein Einhorn, in Batman oder in einen Polizisten zu verwandeln. Auch ein Sträfling, ein wunderschöner Leopard und eine Wahrsagerin waren auf einmal in der Institution anzutreffen. Pünktlich um 13 Uhr ging es ab zum Fotoshooting auf dem Schulhausplatz. Und da kamen auch die Gallier in Reih und Glied daher. Die Wettervorhersage war nicht gerade rosig, und nachdem es bereits den ganzen Vormittag Schnee geregnet hatte, machten wir uns, ausgerüstet mit Regenponchos im Rucksack, auf den Weg. Auf der Fahrt nach Triengen wurde fröhlich geplaudert und für einige ging es einfach zu langsam vorwärts.

Bereits auf dem Parkplatz hörten wir die Guggenmusik spielen und fragten uns verwundert, weshalb um 13.30 Uhr bereits Guggen am Spielen waren. Tatsächlich hatte der Umzug früher als vorgesehen angefangen, was sich später auch als weise Entscheidung entpuppte. Nur war es leider für uns „Nachzügler“ etwas schade, dass wir einige Wagen und Guggen verpasst hatten.

Trotzdem fanden wir einen guten Platz und die Kinder waren sofort gefesselt von dem, was sie zu sehen bekamen. Zwar mussten einige der Kinder zuerst die Enttäuschung verkraften, dass es dieses Jahr weniger Süssigkeiten zum Einsacken gab, doch nach kurzer Zeit waren alle voll dabei. Hey, war das ein Gaudi, sich gegenseitig mit den bunten Konfettis zu bewerfen. Die Rhythmen gingen direkt in die Beine und es konnte ausgelassen gehüpft und getanzt werden. Gemeinsam schlossen wir uns dann dem letzten Wagen an und gemächlich ging es in Richtung Bühne, wo das Monsterkonzert stattfand. Hier zeigte jede Guggenmusik noch einmal vor versammeltem Publikum was sie drauf hatten. Laut und schrill und schön wurde da abgeschränzt. Die Kinder mischten sich unter all die Clowns, Eisbären, Hexen, Grossmütterchen, Gartenzwerge, Teufel und all die wunderbar kostümierten Menschen und liessen es sich nicht nehmen, das Geschehen in der vordersten Reihe zu geniessen. Wieder gab es viel Bewunderung für die aufwändig gestalteten Kostüme der einzelnen Gruppen und unsere Kinder waren angetan von der Tatsache dass in einzelnen Guggen  auch Kinder mitspielten.

Ein Blick zum Himmel mahnte uns dann zum Aufbrechen und so kamen wir gerade noch rechtzeitig zu unseren Fahrzeugen, um im Trockenen losfahren zu können. Die Kapuzen und Kostüme wurden ausgeschüttelt und während der Fahrt etwas von den gesammelten Naschereien genossen werden. Kaum unterwegs, fegte ein Wind Schnee quer über die Fahrbahn, der Winter meldete sich trotz Fasnacht nochmals zurück. Alle gingen gerne an die Wärme um beim Zvieri nochmals Revue passieren zu lassen, wer was gesichtet hatte am diesjährigen Umzug.

Natürlich war die Spannung gross, wer wohl intern die Preise für das beste Kostüm gewinnen wird. Doch dieses Geheimnis wurde erst am nächsten Tag gelüftet. Am selben Abend noch bastelte aber eine Gruppe Jungs ihre eigenen Trommeln und Schlagzeuge aus Abfallmaterial und es wurde tüchtig geübt, um den Eltern eine Kostprobe der  Fasnacht zu geben.

S. Garraux