Mit einer Geschichte über einen kleinen, traurigen Stern und fröhlichen Weihnachtsliedern wurden die Freienwiler Senioren in Adventsstimmung versetzt.

Über 60 Gäste durfte Landfrauen-Präsidentin Monika Hirschi mit einem Gedicht von Horst Winkler begrüssen: «Ich wünsche euch zum Weihnachtsfest, dass nur in Massen es euch stresst, viel Harmonie und Musse schenkt, und auch mit Stille euch umfängt.» Die Seniorinnen und Senioren freuten sich sichtlich über das grosse Treffen an den schön geschmückten Tafeln.

Gemeinderätin Rébecca Schneider Häfliger ging in ihrer Rede dem Ursprung des Samichlaus-Brauches auf den Grund, der am Vorabend in Freienwil unterwegs gewesen war. Wer weiss heute noch, dass dieser Brauch auf der Geschichte des Bischofs Nikolaus von Myra basiert, einem der wichtigsten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche? «Myra verteilte sein gesamtes vererbtes Vermögen an die Armen, unter anderem ist er auch der Schutzheilige der Schiffahrer», erzählte Rébecca Schneider. Der heilige Nikolaus starb an einem 6. Dezember. Daneben gab es aber auch noch Nikolaus, den Abt von Sion, der an den Toren von Klosterschulen die Kinder nach ihren guten und schlechten Taten des Jahres befragt haben soll und ihnen dann ein kleines Geschenk übergab, erzählte die Gemeinderätin: «Wahrscheinlich ist, dass sich diese zwei Legenden verschmolzen haben.»

Moderne Version der Sterndeuter

Der reformierte Pfarrer Christian König sorgte mit einer modernen Version der Huldigung der Sterndeuter für Schmunzeln: «Mit quietschenden Reifen fahren die Könige vor den Eingang des Palasts. Die drei Millionen teuren Geschenke lassen sie noch im Kofferraum. Bei König Herodes fragen sie, ob dieser Kenntnis habe von einer speziellen Geburt.» Die Botschaft der Weihnachtsgeschichte, erklärte König, müsse man eben immer wieder mit neuen, eigenen Worten erzählen, damit sie bei allen Menschen ankomme. Denn jeder Mensch sei anders. Er erzählte dann die Geschichte «De chlini Stärn», der ganz verzweifelt ist, weil er nicht so hell leuchtet wie die anderen, grösseren. Immer trauriger wird der Stern, bis er eines Tages den Mond trifft, der ein offenes Ohr für seine Sorgen hat. «Schau, kleiner Stern, bei uns am Himmel ist es wie bei den meisten Menschen auf der Erde», sagt der Mond: «Auch sie leuchten alle verschieden. Keiner ist gleich, aber trotzdem haben sie eines gemeinsam – sie brauchen einander. Unser Sternenhimmel wäre nicht vollkommen, wenn es Dich nicht gäbe!» Da versteht der kleine Stern, «plötzlich het er’s checkt» und ist glücklich – auch wenn er nicht heller strahlt als zuvor.

Rindsgeschnetzeltes, Spätzli und Gemüse

Zwischen den einzelnen Ansprachen servierten die fleissigen Landfrauen ein feines Menü von der Metzgerei Müller in Baden: Es gab Maissuppe und Brot, Rindsgeschnetzeltes, Spätzli und Gemüse. Wer noch nicht satt war, durfte sich Nachschlag holen oder servieren lassen.

Vor dem krönenden Abschluss – dem Dessertbuffet mit selbstgemachten Köstlichkeiten – stürmte der Schulchor der 4.- bis 6.-Klässler in die Halle. Unter der Leitung von Lehrerin Simone Friedli und begleitet von François Ruedin am Klavier sang die muntere Schar drei Weihnachtslieder, und die Senioren stimmten ein. Sogar eine Zugabe lag drin, bevor die Kinder wieder in den Unterricht zurückmussten: Aretha Franklins Klassiker «This little light of mine» sorgte für strahlende Gesichter im Publikum.