FairKleiden in Aarau war einmal mehr ein Erfolg. Die Tauschbörse am Samstag, 30. April wurde von rund 250 Frauen besucht. Die ersten standen bei der Türöffnung um 9 Uhr bereits erwartungsvoll vor dem Eingang. Besonders lange Fest- und Ballkleider fanden reissenden Absatz.

„Etwa die Hälfte der Sachen kam heute Vormittag noch herein. So konnten die Frauen bringen und holen verbinden und mussten nicht zweimal kommen. Als wir nach der mehrwöchigen Annahmezeit gestern Abend die Ausbeute gesichtet haben, war diese eher mager, aber nun haben wir direkt zum Anlass einen ganzen Berg attraktiver Stücke bekommen“, erzählte Mitorganisatorin Berta Lammer vom Katholischen Frauenbund in einer ruhigen Minute um die Mittagszeit.

Reger Tausch von Oberteilen
Tatkräftig unterstützt wird FairKleiden im Gemeinschaftszentrum Telli von dessen Mitarbeitern. Heuer fand die Tauschbörse zum dritten Mal statt. Inzwischen wissen die rund 20 Helferinnen vom Katholischen Frauenbund, dem Blauring Aarau und der Minoritätsgemeinde Aarau, dass das Interesse der Kundinnen gleich bei der Eröffnung am Morgen am Grössten ist. Die gespendeten Festkleider waren innert kürzester Zeit weg. Oberteile liefen allgemein gut. Bei den Jacken kam es sogar vor, dass ein Mann zugriff, der seine Frau begleitet hatte.

Tipps von der Schneiderin
Zum zweiten Mal profitierte Petra Miersch von FairKleiden. Letztes Jahr habe sie auch einige Stücke gespendet, doch diesmal fehlte ihr dafür die Zeit. Umso mehr freute sie sich an der reichhaltigen Auswahl von Kleidern, Schmuck und Schuhen, die auf mehrere Räume verteilt präsentiert wurden: „Ich finde FairKleiden eine super Sache, und es wundert mich, dass nicht mehr Frauen die Gelegenheit wahrnehmen und ihre Garderobe erneuern.“

Pia Brunner, Schneiderin und Leiterin des Lehrateliers, beriet die Frauen in der Umkleidekabine beim Anprobieren, gab Tipps für Änderungsvorschläge, Farbkombinationen und passende Accessoires. „Im Grundsatz möchten die Frauen die Sachen mitnehmen, wie sie sind und wählen sie entsprechend aus“, weiss sie aus Erfahrung.

Spenden für Frauenhilfswerk in Kambodscha
Eintritt und Kleider waren gratis. Spenden kamen der Hilfswerk Agape International Missions zugute. Diese engagiert sich in Kambodscha im Kampf gegen den Mädchen- und Frauenhandel, durch Prävention und die Befreiung von Betroffenen aus der Prostitution. Zirka 1600 Franken für AIM seien zusammengekommen, freute sich Esther Wyss, etwa gleich viel wie letztes Jahr. Sie repräsentiert als Mitarbeiterin der Katholischen Pfarrei Aarau und Präses des örtlichen Blaurings zwei Trägerorganisationen der Tauschbörse. „Wir sind zufrieden“, sagte sie nach der Schliessung um 16 Uhr. „Ungewohnt viel ist diesmal direkt zum Anlass hereingekommen, aber wir hatten genügend Helferinnen, um den Ansturm zu bewältigen.“  

Was im Lauf des Tages keine neue Besitzerin fand, wurde von der Textilverwertungsfirma Tell-Tex abgeholt. So wird sichergestellt, dass die gespendeten Kleider tatsächlich weiterhin einen Nutzen haben.

Einen kurzen Film und weitere Bilder zu FairKleiden finden Sie hier: https://www.facebook.com/fairekleider/?ref=ts&fref=ts