Mandach

Exkursion des Naturschutzvereins Aare-Rhein (NAR)

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Eine spannende, zweiteilige Exkursion zu Kleinsäugern bot der NAR an – wunderbarer Anschauungsunterricht über Tiere, die man nur selten zu Gesicht bekommt!

Kleinsäuger, zu denen die verschiedenen Mäuse, aber auch Maulwulf und Siebenschläfer gehören, kann man selten in der freien Natur entdecken. Eine wissenschaftlich anerkannte Methode ist das Stellen von Lebendfallen, um diese „heimlichen“ Arten aufzuspüren. Am späten Samstagnachmittag konnte Claudia Müller vom NAR eine kleine Schar Unentwegte begrüssen, die sich mit dem Exkursionsleiter Christian Sutter von Mandach Post auf den Weg hinauf auf den Ölberg machten. Der Ölberg bietet vielfältige Landschaftsstrukturen – ideale Lebensräume für eine Vielfalt von Kleinsäugern.

Artgerechte Lebendfallen

Christian Sutter ist von Beruf Umweltingenieur, und einen grossen Teil seiner Freizeit widmet er den Kleinsäugern, die ihn seit vielen Jahren faszinieren. Er bringt zwei grosse Schachteln voller Fallen mit, die nun an verschiedenen Standorten plaziert wurden. Die Lebendfallen bestehen aus einem schmalen Kanal, versehen mit einer Falltür und einem Stolperdraht, der in ein Gehäuse mündet. Im Innern befindet sich Heu als Isolier- und Nestmaterial, Körner, Rüebli und ein Apfelstück für die Vegetarier unter den Kleinsäugern sowie frisches Hackfleisch für Insektenfresser wie die Spitzmäuse. – Voller Eifer macht sich die Schar auf, um an sechs verschiedenen Standorten je 10 Fallen aufzustellen, markiert mit einem gelben Fähnchen.

Wau – eine Zwergspitzmaus!

Rund zwanzig Interessierte sind am frühen Sonntagmorgen dabei, neugierig, was wohl in den Fallen zu finden ist. Um die Tiere nicht zu sehr zu stressen und zu gefährden, sollte der zeitliche Abstand zwischen Fallenstellen und Fallensuche möglichst kurz sein. Aufgeregt schwirren Kinder wie Erwachsene los. Bereits am ersten Standort, einer Hecke mit vielen Kleinstrukturen wie Asthaufen und Wurzeln, wird man fündig: Eine Zwergspitzmaus und eine Gelbhalsmaus werden gefunden! Vorsichtig schüttelt Christian Sutter die Tiere in einen durchsichtigen Plastiksack, um sie zu bestimmen. Vor allem die winzige Spitzmaus begeistert alle. Als Insektenfresser hat sie ein Raubtiergebiss ähnlich dem Fuchs und braucht unglaublich viel Futter: Pro Tag muss sie bis zum Dreifachen ihres Körpergewichts fressen, um ihren Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten. Die Gelbhalsmaus ist die grösste Waldmausart und befindet sich später auch in anderen Fallen. Nachdem die Tiere genügend bewundert sind, werden sie von den Kindern vorsichtig wieder an ihrem Standort ausgesetzt. Blitzschnell hüpft die Gelbhalsmaus durchs Gras und verschwindet im nahen Gehölz.

5 verschiedene Arten – eine schöne „Ausbeute“

In den Altgrasstreifen am Wiesenbord sind Wühlmäuse daheim wie Feldmaus und Erdmaus. Im Gegensatz zur Hausmaus haben sie nur kleine Ohren und Augen, gut angepasst an ihr unterirdisches Leben in Erdgängen und –höhlen. Beim letzten Fallengang im Wald wird schliesslich noch eine Rötelmaus gefunden. Diese possierliche Wühlmaus gilt als besonders zutraulich. Tatsächlich kann Christian Sutter sie in die Hand nehmen, wo sie an seinem Arm hinauf klettert. Der Exkursionsleiter strahlt: „ Das ist wirklich eine schöne Ausbeute für diese Exkursion!“ Der Herbst eignet sich besonders gut für ein Monitoring von Kleinsäugern. Die Jungtiere sind dann ausgewachsen und die Populationen am grössten, bevor sie durch Kälte und Schnee wieder dezimiert werden. Zu Hause wird Christian Sutter die Kleinsäugerfunde an die nationale Sammelstelle weiter melden. – Während Mäuse aus der Sicht des Menschen  eher ein Ärgernis darstellen, bilden sie ein wichtiges Glied im Nahrungsnetz der Tier- und Pflanzenwelt. Fuchs, Dachs, Marder, Hermelin und Raubvögel sorgen dafür, dass die Bestände nicht überhand nehmen und sorgen damit für ihr eigenes Überleben. – Beim Znüni gibt es eine angeregte Frage- und Diskussionsrunde. Da Christian Sutter beim Kanton Aargau Abteilung Jagd- und Fischereiaufsicht tätig ist, reicht der Themenkreis bis zum Biber und dem Zustand der Fischwelt. Toll, was die Zuhörer und Zuhörerinnen alles erfahren können! Ein kräftiger Applaus ist der Dank an Christian Sutter und den NAR als Veranstalter dieser interessanten Exkursion.

Eva Kuhn, Full Reuenthal

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