Die Sommerveranstaltung vom Treff 50plus, FORÄRA Forum der Älteren - Region Aarau, stiess auf reges Interesse. Sie zeigte, dass das Ziel „ambulant vor stationär“ in der jetzigen Zeit nicht mehr mit unentgeltlich arbeitenden Angehörigen, meist Frauen, erreicht werden kann. Zusätzliche Anstrengungen in der Betreuung sind dringend nötig.

Stellvertretend für viele Angebote wurden 2 Institutionen vorgestellt, die es möglich machen, dass ältere Menschen ihren Lebensabend zu Hause verbringen können.

Der Kantonale Entlastungsdienst bietet eine Entlastung für Stunden, Tage, Wochenenden oder wochenweise für Ferien von Angehörigen an. Er ist eine private Organisation, die durch einen Verein getragen wird und im ganzen Kanton Aargau tätig ist. Das Entlastungsangebot geht an das Umfeld des Menschen mit einer Behinderung, chronischen Krankheit oder Demenz. Die Betreuung leisten Laienfrauen mit reicher Lebenserfahrung, grosser Leistungsbereitschaft und einer hohen Sozialkompetenz.

Beat Vogel, Leiter vom Caritas-Projekt „In guten Händen“, stellte das Projekt der Caritas, einen 24-Stundendienst in der letzten Lebensphase vor. Eingangs weist er darauf hin, dass seit Mai 2012 bei uns die volle Personenfreizügigkeit aus der EU besteht. Es gibt zur Zeit rund 30 bis 40 Agenturen, meist aus dem Ausland, die sogenannte Care-Migrantinnen via Internet vermitteln. Diese arbeiten zumeist illegal, d.h. ohne Anmeldung, ohne Versicherungen und schlecht entlöhnt in der Schweiz.

Anders arbeitet Caritas: ihre Personenbetreuer kommen aus dem ehemaligen Siebenbürgen im Norden Rumäniens, Leute mit ungarischem Pass. Sie melden sich dort bei der rumänischen Caritas, motiviert durch ihre Familie in Geldnöten oder zur Verbesserung ihres Lebens. In einem achtwöchigen Sprachkurs und einer Einführung in die Arbeit werden sie für ihren Einsatz in der Schweiz vorbereitet. Eine Einsatzleiterin von Caritas Schweiz sorgt für die geeignete Betreuungsaufgabe, aber auch für Entlöhnung, Sozialversicherungen und Freizeit der Angestellten und ist zuständig für auftretende Probleme. Die Nachfrage ist sehr gross, das Angebot an geeigneten Betreuern noch klein.

Das Publikum betonte die Notwendigkeit einer 24 Stundenhilfe, sei es, dass die betagte Person alleinstehend ist, oder die Angehörigen weit weg sind. Die Zuhörer bedauerten, dass das Caritas-Projekt erst am Anlaufen ist. Vor der illegalen Beschäftigung von Haushalt- und Betreuungshilfen wurde gewarnt.

Katharina Gamp, Aarau