Aarau

Energiegewinnung und Natur - unvermeidbare Konflikte

megaphoneLeserbeitrag aus AarauAarau

Die Neukonzessionierung des IBA Kraftwerks in Aarau steht bevor. Die SP des Bezirks Aarau führte am 15. Februar eine Exkursion durch das Konzessionsgebiet westlich der Stadt Aarau und zeigte auf einer gut zweistündigen Wanderung mögliche Nutzungskonflikte auf.

Exkursionsleiter und Grossrat Peter Jean-Richard wies zu Beginn darauf hin, dass jede Form von Energiegewinnung mit Verlusten und Beeinträchtigungen verbunden sei, das gelte auch für erneuerbare Energien. Entscheidend sei aber, dass die Eingriffe in die Natur verhältnismässig und wenn möglich reversibel seien.

Die Aarelandschaft, wie sie sich heute zwischen dem IBA Kraftwerk und Schönenwerd präsentiert, sei vor rund 80 Jahren entstanden. Aus ökologischer Sicht ist der Tierbestand in diesem Naturraum verarmt. Extreme Ereignisse wie Hochwasser oder die periodische Trockenlegung der Kraftwerkkanäle führen dazu, dass die Tierbestände dezimiert werden und sich nur schwer wieder erholen können. Im Rahmen der Konzessionserteilung besteht nun aber die Möglichkeit, einen besseren Ausgleich zwischen den Interessen des Naturschutzes und der Energiegewinnung zu finden. „So wäre sehr viel gewonnen, wenn in Form einer Auenlandschaft Rückzugsgebiete geschaffen würden", führte Jean-Richard aus. Dies sei gerade für Extremereignisse wichtig.

Im Verlaufe der Exkursion wurden am praktischen Beispiel weitere Nutzungskonflikte aufgezeigt. Das Nebeneinander von Landwirtschaft, Forst, Erholungssuchenden, Hundehaltern und Wildtieren bedingt Regeln, die den Schutz der Natur sicherstellen. Solche Regeln müssen bekannt gemacht und auch durchgesetzt werden.

Um die Teilnehmenden aufzuwärmen, offerierte Grossratskandidat Kurt Brand während der Pause einen Cranberry-Punsch. Gegen Schluss der Wanderung kam das Thema Erosion zur Sprache. Aus Sicht des Naturschutzes ist die natürliche Erosion der Aareufer wünschenswert, weil sie neue Lebensräume schafft und Kies freisetzt, der für das Laichen bestimmter Fische existenziell ist. Hingegen hätten die Landbesitzer und das Kraftwerk an der Erosion natürlich keine Freude. Ein freudiges Ereignis ist hingegen die Biberpopulation, die sich prächtig entwickelt. Aber auch hier wies Peter Jean-Richard darauf hin, dass es gut möglich sei, dass der Mensch in einigen Jahren dem Wachstum der Biber Grenzen setzen müsse, denn auch hier seien Nutzungskonflikte absehbar. (kb)

Meistgesehen

Artboard 1