Drei hochkarätige Referenten bewiesen am letzten Dienstag im GE Konnex-Gebäude in Baden, dass solarautarke Gebäude keine Hirngespinste, sondern Realität sind. Anhand von Beispielen zeigten sie, wie man dank Sonnenenergie ohne Stromanschluss aber mit Energiespeichern, Solarfassaden und der richtigen Architektur durch das Jahr kommt, ohne im Winter frieren zu müssen.  

Mit Stolz, durfte Martin Sennhauser, Leiter Energiefachstelle Baden, die rund 220 Gäste zur 20. Serie der Energie-Apéros Aargau begrüssen. Eine Serie, die derzeit die Fortsetzung zur 19. ist, und Themen aufgreift, welche zur Umsetzung der Energiestrategie des Bundes beitragen. 

Es funktioniert – unterschiedliche Ansätze

Begeistert berichtete Josef Jenni, Gründer und Geschäftsführer der Jenni Energietechnik AG und bekannt durch seine ersten vollständig autarken Ein- und Mehrfamilienhäuser, aus seiner 40-jährigen Erfahrung mit Solarspeichern. Immer ausgeklügelter werden die Speicher, die im Emmental hergestellt und von dort aus nach ganz Europa transportiert werden, mit dem Ziel, energieautarke Gebäude zu schaffen. Für Jenni ist klar, die "Energiewende ist eine Speicherfrage"; gesammelt aus der Energie der Sonne sowie weiteren erneuerbaren Energieträgern. 

Auch bei Renato Nüesch, Energieexperte Umwelt Arena Schweiz, geht es um die totale Sonnen-Autarkie mittels seiner
"4 S": Sonnenenergie sammeln, diese speichern, sparsame Geräte verwenden und Sorge tragen – ohne Einschränkung des Lebensstandards. Zusätzlich zur solaren Strom- und Wärmeautarkie, kommt die Mobilitätsautarkie. Und, Mehrkosten sollen dank Mieteinahmen amortisiert werden. 

Das Haus ist der Kollektor

Der Architekt Andrea Gustav Rüedi richtet seine Häuser nur nach der Sonne aus – "weniger Technik und mehr Haus", lautet sein Credo. Entscheidend ist für ihn die Aussenform des Hauses, die genaue Ausrichtung der Verglasung, wie auch Hülle und Materialien sowie deren graue Energie. Für Rüedi kommen nur noch Holz, Beton und Verbundtragwerke zum Einsatz, kein Stahlbeton. Weitere Faktoren sind die Beschattung wie auch das Nutzungsverhalten der Bewohner. Alle Faktoren ermöglichen letztendlich ein Haus, wie es in Trin im Graubünden steht; ein Nullheiz-Haus, ganz ohne Technik.

Beim anschliessenden Apéro wurden Fragen diskutiert und Ideen daraus weiterentwickelt.

Die nächste Energie-Apéro finden Sie unter: www.energieaperos-ag.ch