Ein Abend zum Thema Jugendverschuldung

Zu Beginn des Anlasses führten die Oberstufenschüler des Theaterfaches ein lebhaftes, überspitztes Stück zum Thema Sackgeld auf. Daraus war zu hören, dass sie sich vor allem für shoppen, Handy und Kinobesuche interessieren und für diese Hobbys sehr viel Geld ausgeben. Als Andrea Fuchs von der Fachstelle für Schuldenfragen die Jugendlichen im Anschluss fragte, für was sie denn eigentlich sparen, antwortete ein Komödiant: „Ich möchte Ende Jahr einmal Fr. 50. - beiseite legen können."

Fast 40% der Jugendlichen haben heute Schulden. Eine kürzlich erschienene Studie belegt, dass die Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen jährlich rund 600 Mio. Franken ausgibt. Ein Viertel der jungen Leute in dieser Altersklasse lebt auf Pump, meist sind die Gläubiger Eltern oder Geschwister. Der Umgang mit Geld ist nicht allein eine Frage des Rechnens. Ob man seine Finanzen im Griff hat, hat auch mit dem seelischem Gleichgewicht und mit ganz bestimmten sozialen Fähigkeiten zu tun, die Eltern bei ihren Kindern stärken und fördern können. Frau Fuchs zeigte den Anwesenden auf, was sie dagegen tun können: Beginnen sie schon früh mit der „Gelderziehung"! Bleiben sie hart, wenn ihr Sprössling an der Kasse unbedingt noch ein Schoggistängeli will und lehren sie ihn, diesen Frust auszuhalten. Er muss lernen, dass er nicht alles haben kann. Seien sie sich bewusst, dass sie für ihre Kinder ein Vorbild sind - was, wo und wie kaufen sie ein?  Beginnen sie mit dem Taschengeld in der Primarschule. Über das Taschengeld darf frei verfügt werden, ohne dass darüber Rechenschaft abgelegt werden muss. Für die Jugendlichen empfiehlt die Fachfrau ein erweitertes Taschengeld. Der Betrag richtet sich nach dem effektiven Aufwand und dem finanziellen Rahmen des Familienbudgets. Kommen die Jugendlichen in eine Lehre, so machen sie im voraus ein Budget und schreiben sie auf, welche Kosten selber beglichen werden müssen (z.B. Krankenkasse).Weisen sie ihr Kind darauf hin, dass im Hotel Mama nicht gratis logiert werden kann. Bezieht dann ihr Kind den ersten grossen Lohn, so helfen sie ihm ebenfalls beim Aufstellen eines Budgets. Folgende Kosten werden z.B. gerne vergessen: Rückstellungen für Steuern, Arztrechnungen, Ferien. Zum Schluss des Abends wies Frau Fuchs darauf hin, dass die Verschuldung vieler Jugendlicher ein gesellschaftliches Problem ist, und unbedingt auch in den Schulen thematisiert werden muss. (fe)

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