11, 5, 13, 4, 15 – das sind nicht etwa die Lotto-Gewinnzahlen, sondern die Bäume, die in den letzten fünf Jahren jeweils für Neugeborene gepflanzt wurden. Ein Brauch, der sehr geschätzt wird.  

Am letzten Samstag im Oktober konnte die Umweltkommission der Gemeinde elf Familien zur traditionellen Baumpflanzaktion begrüssen. «Der Schulbetrieb in unserem Dorf ist damit weiterhin sichergestellt», freute sich Gemeinderat Urs Rey, als er die «künftigen Klassenkameraden» mit einem Schmunzeln begrüsste. Das Interesse am Anlass war gross: Gut 60 Mütter und Väter, Geschwister, Grosseltern und Gotten oder Göttis fanden sich am Kirchweg 9 ein, um dem feierlichen Akt beim Pro Specie Rara-Obstgarten von Gertrud und Robert Burger-Müller beizuwohnen. Die «Gastgeber» waren allerdings ausser Haus. «Sie wären sehr gerne dabei gewesen», sagte Rico von Känel von der Umweltkommission.

Von Australien nach Freienwil

«Eigentlich wollten wir ja selber einen Baum für unseren Sohn Maleo setzen», verraten Jasmin Eggimann und ihr Mann Brendan Howden. Das Paar lebte mehrere Jahre in Brendans Heimat Australien, bevor es in die Schweiz, zuerst nach Kleindöttingen, zurückkehrte. Als sie im Mai nach Freienwil zogen, war Jasmin im neunten Monat schwanger. Nun kann die junge Familie hier wörtlich Wurzeln schlagen – dank der «Esperance Herrenbirne», die am Samstag im Pro Specie Rara Obstgarten ihrer Vermieter gepflanzt wurde. «Es ist natürlich toll, dass wir nun doch einen eigenen Baum in ‹unserem› Garten haben», freut sich Jasmin Eggimann.

Sina und Julia Conrad, die mit ihrem Sohn Jaro und einigen Alpacas im Dorf leben, gefällt besonders die «Symbolik von der Geburt eines Kindes und dem Pflanzen eines Baumes». Zudem sei es einfach eine «coole Sache, weil man auch der Natur etwas Gutes tut», ergänzt Julia Conrad.

Nahrung und Nistmöglichkeiten für 35 Vogelarten

Nach dem Apéro, den dieses Jahr die neue Kita Popepoppa ausschenkte, ging es zur Sache: Mit Unterstützung des Naturschutzvereins, der Landeigentümer und der Eltern wurden die von den Ortsbürgern gespendeten Setzlinge an verschiedenen Orten im Dorf eingepflanzt. Dort werden sie in den kommenden Jahren zu stolzen Hochstämmern heranwachsen, die nicht nur den Familien Freude bereiten, sondern auch Lebensraum für zahlreiche Vogelarten und andere Tiere bieten, die sich auf Bäumen aufhalten. «Im Gegensatz zu einem Niederstammbaum, auf dem sich nur etwa fünf Vogelarten aufhalten, bieten die Hochstämmer bis zu 35 Arten Nahrung oder Nistmöglichkeiten», erklärt von Känel. Damit sind sie nicht nur für die Familien, sondern auch für die Natur wie ein Lottogewinn.