Muri (AG)

Einmalige Chance für Simone Stämpfli

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Leserbrief

Einmalige Chance für Simone Stämpfli

Vor mir liegen zwei Lebensläufe. Eine Frau und ein Mann bewerben sich um die 50%-Stelle als Gerichtspräsident bzw. –präsidentin am Bezirksgericht Muri. Zwei sehr gut qualifizierte Persönlichkeiten im besten Alter, mit etwa gleich langer Berufserfahrung, ähnlichen Weiterbildungen, beide Gerichtsschreiber bzw. Gerichtsschreiberin in Muri bzw. Bremgarten.

Was für mich den Unterschied ausmacht, ist der Satz in Simone Stämpflis Flyer: «Die neu geschaffene Teilzeitstelle bietet mir die einmalige Gelegenheit, verantwortungsvoll Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.»

Beim  persönlichen Kennenlernen am Hearing ist das Bäuchlein nicht zu übersehen; Frau Stämpfli wird im Sommer Mutter. Sie erläutert auf Anfrage genau, wie sie, ihr Partner und das Umfeld es sich gedacht haben mit der Verantwortung und dem Beruf. Sie braucht diese Teilzeitstelle, während Herr Plattner, ledig, auch der Freuden und Pflichten eines Vaters, Alternativen hat und problemlos ehrgeizigere, langfristigere berufliche Ziele in Angriff nehmen kann. Sollte Frau Stämpfli die nötige Portion Vitamin B fehlen und uns Frauen die nötige Portion Solidarität?  

Eva Halter-Arend, Muri

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