Wenn lüpfige Polkas und rassige Märsche auf  fetzigen Jazz treffen, dann prallen Gegensätze aufeinander. Möchte man meinen. Wie harmonisch diese beiden musikalischen Stile in Wirklichkeit zu einer begeisternden Einheit verschmelzen, erlebten Musikfans am Sonntag beim vierstündigen Frühschoppenkonzert mit der Old Rivertown Jazzband und Paolos Fricktal Krainern im Saalbau in Stein.

Für die beiden Bandleader Paolo Frischknecht und Werni Nussbaum ist beides einfach „schöni Volksmusik – us de USA in Form vo Dixieland, und us em Alpeland als Oberkrainer Sound“. Dargeboten in einem der „akustisch besten Säle der Nordwestschweiz“ und verfeinert mit „zartem Kalbsrücken an Eierschwämmlisoße“ aus der Küche vom „Rössli Wirt in Eiken“ stand einem unterhaltsamen Sonntag im gastronomisch stilvoll eingedeckten Saalbau nichts mehr im Weg.

Wechselweise im Halbstundentakt agierten die beiden Bands auf der Bühne, entführten Paolos Fricktal Krainer die Zuhörer mit ihrem exquisiten und temporeichen Oberkrainer Sound in die herrliche Bergwelt in Oberkrain, während die sieben Jungs der Old Rivertown Jazzband die Besucher Glauben machten, sich inmitten einer jener verrauchten Musikkneipen der längst vergangenen New-Orleans-Ära zu befinden.

Und dann folgte zum Finale des ungewöhnlichen Frühschoppenkonzerts ein Angriff auf das Trommelfell in allerfeinster Dixie-Oberkrainer-Manier. Von wegen Berührungsängste: Ab ging die Post mit dem Sinatra-Hit „Something stupid“ -  von Werni Nussbaum eigens  ins Schweizerdeutsche übersetzt. Nicht minder verrückt kam das „Örgeli-Huus“ daher, getoppt von der Polka „Rosamunde“ und dem bekannten Sousa-Marsch „Stars and Stripes“. Am Ende stand pure Begeisterung für zwei ansteckend frisch aufspielende Bands und deren Freude an einem faszinierenden Musikkonzept.

Bild: Dixieland trifft Oberkrain: Ein musikalisches Feuerwerk entfachten die Old Rivertown Jazzband und Paolos Fricktal Krainer beim Frühschoppenkonzert der etwas anderen Art im Saalbau in Stein