Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht führte die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Schule Bremgarten in das ehemalige Konzentrationslager Dachau bei München. Anstatt nur im Klassenzimmer konnten sie den 70. Jahrestag der Befreiung und des Weltkriegsendes, die Gegenwart der Geschichte, Vorort erleben.

Das Konzentrationslager Dachau war eines der ersten, welches die Nationalsozialisten von 1933 bis 1945 betrieben. Es sollte als Modell für alle später errichteten Konzentrationslager dienen. Hier wurden in erster Linie politische Gegner des NS-Regimes unterdrückt, gefoltert und ermordet. Insgesamt waren mehr als 200 000 Menschen aus ganz Europa in Dachau interniert – auch aus der Schweiz.

Mehr als 41 000 Personen wurden ermordet. Am 29. April 1945 befreiten schliesslich die Alliierten das Lager.  

Nachdem sich die Jugendlichen im Unterricht intensiv mit der nationalsozialistischen Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt hatten, besuchten sie zusammen mit ihren Lehrpersonen Stefan Dietrich, Kurt Weber und Franziska Hauser die Gedenkstätte des KZ Dachau.

Zum Programm des Max Mannheimer Studienzentrums gehörten eine eindrückliche Führung durch die KZ-Gedenkstätte, die nähere Umgebung und die damalige SS-Kommandantur. Darüber hinaus gab es verschiedene thematische Workshops, die einen vertiefenden Einblick in die Geschichte und den Alltag im Konzentrationslager, des NS-Regimes und Zweiten Weltkrieges ermöglichten. Immer wieder wurde der Blick auf Einzelschicksale gelenkt.   

Die Begegnung mit ehemaligen KZ-Häftlingen stellte einen sehr wertvollen, berührenden und prägenden Höhepunkt der dreitägigen Studienreise dar.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der Häftlinge fanden Gedenkfeiern in Dachau statt. Aus diesem Grund hatten die Klassen das grosse Glück in der Jugendherberge Dachau mehrere Zeitzeugen, vor allem aus Russland und der Ukraine, zu begegnen. Mit grossem Respekt und Interesse traten die Schülerinnen und Schüler den älteren Herren gegenüber und lauschten gespannt ihren Erzählungen.  

Dass die Geschehnisse der Vergangenheit die Jugendlichen sehr berührt haben, zeigte sich während dieser Gespräche – viele Augen blieben nicht mehr trocken. 

Nach zwei intensiven Tagen in Dachau machten sich die Klassen auf nach München. Bevor sie von dort die lange Heimreise antraten, besuchten sie die Allianz Arena und hatten Zeit, die Münchener Innenstadt zu erkunden.

Franziska Hauser, Kurt Weber