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Ein Weinseminar mit der Pro Senectute Freiamt

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Das Seminar fand das Interesse vieler Seniorinnen und Senioren

Dieses dreiteilige Seminar mit den Themen Oesterreich, Portugal und Australien fand das Interesse erfreulich vieler Seniorinnen und Senioren. Der kompetente Weinfachmann Peter Schürmann führte önologisch und mit viel geschichtlichem Wissen durch die drei Abende. An jedem Seminar-Abend wurden 10 speziell ausgesuchte Weine degustiert und beurteilt.
Oesterreich hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem sehr spannnenden und interessanten Weinland entwickelt. Auf 52‘000 Hektaren Rebfläche mit einer seltenen Vielfalt an Lagen, Rebsorten und Weintypen werden grossartige Weine angebaut. Salopp gesagt könnte man Oesterreich mit einem kleinen, feinen Spezialitätenladen vergleichen, der feine, individuelle Weine führt, die so nur in diesem Land entstehen können. Klima und Terroir sind es vor allem, die spezielle Tropfen von spritzig-pfeffrigen Grünen Veltlinern aus der Wachau bis zu eleganten Rotweinen (Blaufränkisch) im Mittelburgenland hervorbringen. Auch die Trockenbeerenauslese aus der Steiermark kann sich sehen lassen. Das Qualitätsniveau auf breiter Basis ist wirklich beeindruckend.
Portugal gilt seit jeher das Land der Seefahrer und Eroberer. Schon im 12. Jh. wurden Weine aus dem Minho nach England verschifft. Die enge Beziehung zu den Briten ist bis heute geblieben, schätzt man doch dort vor allem den Portwein. Schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts siedelten sich in Porto englische Kaufleute an: Die ersten britischen Weinfirmen wie etwa Taylor wurden gegründet. Portugal hat 260‘000 ha Reben mit weit über 300 Rebsorten; produziert werden im Schnitt 58% Rot- und 42% Weissweine. Die bekannte Douro-Region - sie gehört übrigens zum Weltkulturerbe - liegt im nord-östlichen Teil des Landes und erstreckt sich entlang des Douro-Flusses. Im Sommer muss in diesem Gebiet schon mal mit Hitzeperioden mit bis zu 50°C gerechnet werden. Trotzdem gedeihen hier feinste Weine in einer der eindruckvollsten Kulturlandschaften Europas.
Die Seminar-Teilnehmer waren von der hohen Qualität der Weine wie Dona Maria Branco, Monte do Castanheiro und Esporão aus dem Alentejo, Chocapalha aus der Estremadura und Fabelhaft Niepoort, Porto Taylors LBV und Porto Taylor's 10years old aus dem Douro, überrascht.
Australien Die Ankunft der Europäer ist datierbar. Im Januar 1788, nach Monaten auf hoher See, erreichte eine Schiffsladung Sträflinge und Soldaten aus England, die Port Jackson Bay und legte den Grundstock für die europäische Besiedlung des unbekannten Kontinents. Weder Gold noch Gewürze hatten für Englands Krone den Ausschlag gegeben, das weit entfernte, südliche Land zu besiedeln. Die Rolle beschränkte sich auf eine Deportations-Adresse für soziale Randgruppen und Verlierer der damaligen englischen Gesellschaft.
Für den Weinbau war es sicher kein Vorteil, dass Grossbritannien diesen riesigen Kontinent besiedelte. Bestimmt wäre Vieles anders verlaufen, wenn es Franzosen, Italiener oder Spanier gewesen wären... Anfänglich haben sich die Australier durch die grossen Weine Europas inspirieren lassen. Heute aber haben sie sich eine eigene, kraftvolle Identität zugelegt. Innerhalb einer Generation ist Australien zur „Weintrinkernation" geworden; es ist heute mit seinen grossartigen Weinen weltberühmt und hat auf die übrige Weinwelt einen ganz bedeutenden Einfluss, insbesondere auf den Weinstil, der durch seinen Charakter Weinfreunde in aller Welt begeistert. Das Credo lautet denn auch bei sehr bekannten australischen Oenologen:
"Wenn wir die Weine in Flaschen abfüllen, dann wollen wir diese schon morgen mit einem Freund trinken können. Gleichzeitig sollen sie aber noch ein Potential für weitere 10-15 Jahre haben. Ganz besonders die fruchtbetonten Shiraz und Cabernet Sauvignon feiern Erfolge."
Fein auf die Weine abgestimmte Köstlichkeiten aus der Küche rundeten das Weinseminar ab.
Im Frühjahr 2010 findet ein weiteres Weinseminar statt. Gefragt sind Themen wie Piemont, Burgund, Bordeaux, Deutschland, Südafrika und Südamerika. Alle Seminar-Teilnehmer haben sich für das dritte Weinseminar wieder eingeschrieben. lv

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