Der Jungfreisinnige Robin Röösli durfte seine Idee, die Berufslehre zu globalisieren, Bundesrat Johann Schneider-Ammann in Bern vorstellen. Dieser ermöglicht dem Freienwiler nun sogar einen Kontakt zur ABB-Konzernspitze!

#BerufslehreGoesGlobal: Mit diesem Hashtag macht der 22-jährige Robin Röösli aus Freienwil seit geraumer Zeit in den Social Media Werbung für seine preisgekrönte Idee. Im September hatte der Jungfreisinnige den renommierten Wettbewerb «Wunsch-Schloss» der Stiftung StrategieDialog 21 und des KMU-Netzwerkvereins Swiss Venture Club gewonnen. Seine Idee: die Berufslehre mithilfe von internationalen Sprach- und Kulturaustauschprogrammen zu globalisieren.
Anfang Dezember durfte Röösli seine Idee nun sogar persönlich Bundesrat Johann Schneider-Ammann («JSA») in Bern vorstellen.

Brief an den ABB-Chef

Während dem rund einstündigen Treffen – geplant war eigentlich nur eine halbe Stunde – habe Schneider-Ammann zuerst erzählt, was sein Departement in Bezug auf die Berufslehre plant. Danach durfte Röösli seine Präsentation halten. Der FDP-Bundesrat lobte zwar den Ansatz des Jungpolitikers, die globalisierte Berufslehre auf Kantonsebene einzuführen. Er riet Röösli jedoch, sich primär auf einzelne Unternehmen zu fokussieren und diese zu einem Engagement zu bewegen. Zum grossen Erstaunen des Jungpolitikers hatte der Volkswirtschaftsminister offenbar als «Götti» bereits bei der ABB-Geschäftsleitung vorgespurt: «Ich soll nun dem Vorsitzenden Remo Lütolf einen Brief schreiben, mich auf Herrn Schneider-Ammann beziehen und um einen Termin bitten, damit ich auch ihm meine Idee präsentieren darf», erzählt Röösli.

"Der Bundesrat war sehr locker und interessiert"
Dass dieses Treffen, welches übrigens von FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen und SP-Ständerat Hans Stöckli eingefädelt wurde, so konkrete Ergebnisse bringt, hätte der Freienwiler nicht erwartet. «Ich dachte im Vorfeld, dass es eher eine formelle Sache werde, aber Herr Schneider-Ammann gab mir sehr konkrete Tipps», freut sich der HSG-Student. Bereits beim Betreten des Raumes habe der Bundesrat mit einem Witz die Stimmung aufgelockert: «Er war sehr locker und interessiert», so Röösli.
Den Brief an ABB-Chef Lütolf will er demnächst abschicken und Anfang 2018 nachhaken, falls er bis dahin nichts gehört hat. Im Februar steht ein erneuter Austausch mit «JSA» auf dem Programm. «Herr Schneider-Ammann hat mich gebeten, ihn auf dem Laufenden zu halten!» Mit der Unterstützung des prominenten «Göttis» allein ist es aber nicht getan, weiss auch Röösli: «Alle Lehrlinge, die ein Austauschsemester absolvieren wollen, sollen sich bei ihrem Lehrmeister melden und dies fordern.»

RÖÖSLIS SIEGER-IDEE IM WORTLAUT

«Die zunehmende Globalisierung wird grundlegende Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich bringen. Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir die Ausbildung den neuen Gegebenheiten anpassen. Während dies in der Hochschulausbildung bereits Realität ist, gibt es im Bereich der Berufslehren noch vermehrt Potenzial. Durch gezielte internationale Kooperationen sollen länderübergreifende Projekte, Auslandseinsätze und somit kulturelle Austausche ermöglicht werden. Damit wird unser Erfolgsmodell weiterhin zukunftsträchtig und garantiert, dass auch Lehrabgänger/innen in den Wandlungsprozess integriert werden. Denn wer eine Perspektive hat, kann die Globalisierung als Chance wahrnehmen.»