Die EDU Bezirk Brugg traf sich zum dritten Parteitag im Rathaus Brugg. Im Anschluss an die Parteigeschäfte hatte sie die Helimission aus Trogen, die dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiern darf, zu einem Vortrag über ihre grossartige Arbeit eingeladen. Die Helimission hat sich in dieser Zeit zu einer beachtlichen Organisation mit neun Hubschraubern und dreizehn Piloten und Mechanikern entwickelt. Die Maschinen sind auf Helimissionsstationen in Kenia, Tansania, Madagaskar, Kalimantan und Papua (Indonesien) stationiert. Die Missionare bezahlen nur den benötigten Treibstoff für die Flüge. Alle übrigen Kosten wie Versicherung, Unterhalt und Ersatzteile werden aus Spenden finanziert. Krankentransporte und Katastropheneinsätze werden vollumfänglich von der Helimission übernommen. Dies erlaubt einen schnellen Einsatz ohne Verzögerungen durch langwierige Preisverhandlungen.
Am 17. Januar 1972 startete Ernst Tanner, der heute 84-jährige Pionier, seinen ersten Flug als Helimissionspilot von Belp nach Kamerun. Sein Weg führte ihn über Genf, Spanien, Malaga, Marokko über die Sahara, die er todesmutig mit seinem Begleiter überflog, nach Kamerun. Er war der erste Mensch, der die Sahara mit einem Helikopter überquerte.
Nach erfolgreichen Einsätzen flog er die 6‘000 Kilometer über das Haggar-Gebirge, das bekannt ist für seine ungeheuren Turbulenzen, wieder zurück in die Schweiz. Über seine vielen, oft lebensgefährlichen Einsätze erzählt Ernst Tanner in seinem dritten Buch „Todesschatten". Nur mit Gottes Hilfe und unendlicher Bewahrung kann der Buschpilot heute seinen Lebensabend in Trogen geniessen. Er hat sein angefangenes Werk in jüngere fähige Hände übergeben, die es in seinem Sinne weiterführen. Er ist noch fast täglich in der Zentrale in Trogen anzutreffen wo er den Mitarbeitern gerne mit Rat und Tat zur Seite steht.
Mit nach wie vor grosser Begeisterung hält er immer noch unzählige Vorträge in der ganzen Schweiz und bringt seinen Zuhörern auf humorvolle Art sein Lebenswerk näher. Ernst Tanners Charisma ist ungebrochen und man lauscht ihm voller Spannung beim Erzählen seiner vielen Abenteuer. (USC)

30.5.2011