Wohlen (AG)

Dreifach-Vizeschweizermeistertitel für Wohler Karatekas

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Mit einem beachtlichen Teilnehmerfeld startete der Karate-Club Wohlen an der diesjährigen Schweizermeisterschaft und durfte mit insgesamt sechs Podesträngen einen erfreulichen Turnierabschluss feiern.

Erstmals lud der, vor einigen Jahren aus dem Karate-Club Wohlen heraus gegründete Club «Kyokushinkai Karate Wettingen» zu einem Grossanlass ein und durfte die diesjährige offenen Schweizermeisterschaft im Stil „Kyokushinkai-Karate“ organisieren. Bei diesem Anlass, der als nationalen Höhepunkt im schweizerischen Karateverband IFK (IFK (International Federation of Karate) gilt, wird in verschiedenen Disziplinen des Non-Kontaktsystems „Klicker“, im Vollkontaktkarate „Kyokushin“ im Nachwuchs sowie in der Elite um die begehrten Podestränge gekämpft und bietet den Zuschauern stets interessante Zweikämpfe in dieser sehr traditionellen und attraktiven Budosportart.

Funk ist Vizeschweizermeister

Zehn Nachwuchs-Karatekas des Traditionsclubs aus dem Freiamt standen in den beiden Kategorien Klicker Mädchen und Knaben unter 16 Jahre im Einsatz. Mit Jenny Hofer und Deepa Thiruthabandran waren zwei Karatekas in der Mädchen-Kategorie vertreten. Der Fokus stand ganz im Zeichen von Hofer, ist sie doch eine der routiniertesten Kämpferinnen in dieser Kategorie und zugleich auch die grosse Hoffnungsträgerin für den KC Wohlen. Hofer, die zum letzten Mal in dieser Kategorie starten durfte, konnte nicht ganz an die Leistungen der vergangenen Turniere anknüpfen und schied im Viertelfinal unglücklich aus. Die Newcomerin Thiruthabandran zeigte einen guten Einstand und musste sich in der zweiten Kampfrunde auch knapp geschlagen geben.

Besser lief es bei den acht Karatekas, die sich in der Knabenkategorie der Konkurrenz stellten. Zwar mussten sich Lukas Strebel, Kevin Sarantidis und Siro Meier bereits früh aus dem Einzelwettkampf verabschieden, doch mit Noel Meier, Bonart Hyseni, Jaser Mustafa, David Gauch und Brian Funk waren noch weiter Hoffnungsträger in den weiteren Entscheidungen. Im Achtelfinal musste sich Mustafa geschlagen geben und Hoffnungsträger Gauch sowie der Newcomer Hyseni blieben unglücklich und knapp im Viertelfinal hängen. Meier und Funk gewannen alle ihre vorangegangenen Kämpfe souverän und trafen dann aufeinander. In einem attraktiven Kampf behielt Funk die Oberhand und mit dem Sieg durfte er in den Halbfinal einziehen, den er ebenso für sich entscheiden konnte. Im Finalkampf konnte Funk seine Stärken nicht mehr ganz einbringen und musste sich in der Folge geschlagen geben. Über den erreichten und erfreulichen Vizeschweizermeistertitel und die erbrachte Leistung durfte Funk aber trotzdem stolz sein.

Knapp verpasster Schweizermeistertitel für Team Wohlen 1

Im «Klicker»-System wurden auch Teamwettkämpfe durchgeführt, wobei ein Team jeweils fünf Karatekas umfasst. Das Ziel, als Team im Wettkampf gegeneinander mehr Kämpfe zu gewinnen, lässt die Emotionen und Teamgeist hoch aufleben. Wohlen stellte gleich zwei Teams, die gut mit je einem Sieg in den Wettkampf starten konnte. Das Team Wohlen zwei mit Mustafa, Strebel, Meier N., Meier S., Thiruthabandran unterlag in der zweiten Runde dem späteren Schweizermeisterteam aus Chur. Funk, Hyseni, Hofer, Sarantidis und Gauch bildeten das Team Wohlen 1. Die Erfahrung dieser Kämpfer zahlte sich aus und sie zogen souverän in den Final ein. Mit einer knappen 3:2 Niederlage gegen Chur durften sie sich in der Folge aber über einen glücklichen und wohlverdienten Vizeschweizermeistertitel freuen.

Vier Podestplätze im Vollkontaktkarate

Der Karate-Club Wohlen trat mit sechs Wettkämpfern an, welche allesamt zum ersten Mal in ihren Kategorien an einer Schweizermeisterschaft dabei waren. Bei den Junioren starteten Raoul Keusch und Léane Suter für Wohlen. Die Junioren Damen machten den Anfang, und aufgrund der geringen Teilnehmerzahl traten die Wettkämpferinnen im „Round Robin“-Modus gegeneinander an. Dies bedeutete, dass die Teilnehmerinnen innert kurzer Zeit mehrere Kämpfe zu bestreiten hatten, und entsprechend die konditionelle Verfassung entscheidend war. Léane Suter startete unglücklich in den ersten Kampf, in dem auf beiden Seiten hohe Nervosität zu spüren war. Das schnelle Vorrücken der Gegnerin schien Suter zu überraschen und sie musste zwei Treffer einstecken, wodurch der erste Kampf schnell verloren ging. Im zweiten Kampf fing sich Suter auf, kämpfte konzentriert und technisch überlegt. Allerdings traf sie da auf die Favoritin und spätere Schweizermeisterin, welche den Kampf trotz anfänglicher Ausgeglichenheit für sich entscheiden konnte. Nach einer kurzen Pause stand schon der dritte Kampf an, und die konditionelle Überlegenheit der Gegnerin war hier zu gross. Léane Suter durfte sich in der Schlussauswertung aber über den dritten Rang freuen.

Newcomer Keusch gewinnt Silber

Raoul Keusch startete beherzt in sein Turnier. Nachdem er die erste Runde durch Freilos bereits hinter sich hatte, traf er in der zweiten Runde bereits auf einen sehr starken Gegner. Mit grossem Kampfgeist, guter Technik und überlegtem Handeln konnte er nach Verlängerung die Partie durch Schiedsrichterentscheid für sich gewinnen. Somit stand er bereits im Final, wo er ebenfalls einen guten Kampf zeigte. Allerdings schienen auch bei ihm die Kräfte etwas nachzulassen. Als er leicht einsackte, erlitt er durch einen gegnerischen Beintritt eine Verletzung im Hüftbereich, was ihn daran hinderte, den Kampf weiterzuführen. Somit musste er sich mit dem tollen Vize-Schweizermeistertitel zufriedengeben.

Erster Vollkontakt-Auftritt für Lasic geglückt

In den Elitekategorien startete Josip Lasic im Mittelgewicht. Dank eines Freiloses war sein erster Kampf bereits das Halbfinal, wo er auf einen guten Kämpfer aus dem Nachbarclub Anglikon traf. Lasic zeigte Entschlossenheit und konnte seinen Gegner gut in Schach halten. Der Kampf ging in die Verlängerung. Dort zeigte sich dann die technische Überlegenheit des Gegners und Lasic konnte der Intensität der Schläge nicht mehr standhalten. Durch zwei Wirkungstreffer ging der Sieg an den Gegner, aber Lasic konnte sich dennoch über den dritten Podestrang freuen.

Brändli erkämpft Bronze

Im Leichtgewicht starteten gleich drei Wohler. Lukas Brändli hatte in der ersten Runde ein Freilos. Hannes Bigler und Oliver John trafen in der ersten Runde auf die späteren Finalisten. Bigler zeigte einen sehr guten Kampf mit hoher Intensität. Er zwang den späteren Schweizermeister in die Verlängerung, konnte ihn dann aber zu wenig unter Druck setzen und musste sich geschlagen geben. Oliver John schien eine vorhandene kleine Blessur zu hemmen. Er bewegte sich zu langsam und musste dadurch viele Schläge einstecken. Obwohl er sich widerstandsfähig zeigte, konnte er selber zu wenige Akzente setzen. Je länger der Kampf dauerte, umso stärker zeigte sich die Wirkung der Gegentreffer, wodurch er schliesslich nach Punkten verlor. Nun traf Lukas Brändli auf denselben Gegner wie Teamkollege Bigler. Brändli bewegte sich zwar anfänglich gut. Sehr schnell zeigte sich allerdings ein frappanter konditioneller Unterschied zum Gegner. Während Brändli kaum eigene Aktionen lancieren konnte, beherrschte der spätere Schweizermeister das Kampfgeschehen und konnte dieses deutlich für sich entscheiden. Brändli wurde für seinen guten Einsatz mit dem dritten Podestrang belohnt.

Die Wohler Wettkämpfer haben an ihren Premieren sehr wichtige Erfahrungen gesammelt und können sich nun gezielt für die nächsten Turniere vorbereiten. Dank den guten Leistungen bei ihrem Einstand bestehen gute Aussichten auf weitere zukünftige Erfolge.

Den nächsten Einsatz der jungen Wohler Karatekas kann man in Wohlen selber bestaunen. Der Karate-Club Wohlen ist Organisator des Juniorenturniers „Kolibri-Cup“ am 5. Dezember 2015 in der Junkholzturnhalle Wohlen. Der Eintritt ist frei, und die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer freuen sich auf eine grosse Besucherzahl.

MU / RG

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