Freienwil

Dorfladen muss weiter ausharren im Provisorium

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Bauland, ein Plan und das Bekenntnis der Bevölkerung – alles wäre parat für den Neubau des Freienwiler Dorfladens. Doch das Projekt muss weiter warten. Bis 2020?

Eigentlich hätte der neue Dorfladen an der Ecke Dorf-/Kantonsstrasse demnächst eingeweiht werden sollen. Doch bereits letztes Jahr wurde klar, dass es mindestens 2018 wird, bis der Anbau am ehemaligen Restaurant «Eintracht» erstellt ist. Nun musste Beat Bachmann, Präsident der Genossenschaft Dorfladen Freienwil, an der Generalversammlung erklären, dass es noch später wird: «Es gibt momentan keinerlei Aktivität beim Bauprojekt. Wir brauchen zuerst Rechtssicherheit.» Das Problem: Das sogenannte Kopfgebäude, in dem der Dorfladen künftig untergebracht werden soll, ist Teil des Gestaltungsplans Mitte. Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens sind 28 Mitwirkungen eingegangen. «Viele davon wurden in den Gestaltungsplan eingebracht», erklärte Bachmann und nannte als Beispiel die Firsthöhe des Gebäudes, die an die der übrigen Häuser angepasst wurde. Der weitere Ablauf sieht nun ein zweites Mitwirkungsverfahren vor, gleichzeitig wird eine Eingabe beim Kanton gemacht. Beat Bachmann stellte jedoch fest, es sei ein «langwieriger und schwieriger Prozess». Man stelle sich darauf ein, dass der Dorfladen noch länger im alten, baufälligen Provisorium an der Hauptstrasse bleibe: «Das Gebäude muss bis 2020 standhalten!»

Gar nicht so einfach, denn die Betriebskosten steigen wegen veralteter Geräte und schlechter Isolierung zunehmend. Allein seit 2004 hat sich die Stromrechnung laut Pächterin Doris Steimer von 7500 auf 15 000 Franken verdoppelt! Zwar blickte sie in ihrem Jahresbericht auf ein besseres Geschäftsjahr zurück, nachdem der Laden 2015 unter der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt gelitten hatte. Doch die im September eingeführte verlängerte Öffnungszeit am Samstag (statt bis 12 neu 14 Uhr) habe sich bewährt. Auch 2017 stehen jedoch wieder Investitionen an: «SPAR will künftig den Schriftverkehr papierlos gestalten, deshalb benötigen wir unter anderem Laptop und Drucker», so Steimer. Die Pächterin musste auch eine personelle Veränderung bekannt geben: Die langjährige Mitarbeiterin Marianne Schär musste leider kurz vor ihrer Pensionierung krankheitshalber aufhören, an ihrer Stelle wurde neu Snjezana Burger in einem Teilzeitpensum angestellt.

Auch im Genossenschaftsvorstand gibt es eine Personalie zu vermerken: Die Immobilien-Fachfrau Beatrice Feuerstein – ihre Einbindung ist kein Zufall! – wird neu die Kassenführung von Gemeindeschreiber Felice Vögele übernehmen, der demnächst in Pension geht. Sie war bereits vor einigen Jahren Vorstandsmitglied. An der GV wurde zudem der bisherige Vorstand in globo für eine weitere Amtsperiode bis 2019 gewählt, und er bekräftigte seine Motivation: «Wir erachten das Neubau-Projekt mit einer Cafeteria und Postagentur weiterhin als wichtigste Aufgabe», versprach Beat Bachmann. Man habe sich auch noch einmal an den Gemeinderat gewandt mit der dringenden Bitte um Unterstützung. Der anwesende Gemeinderat Martin Burger versprach den 40 anwesenden Gesellschaftern, dass sich die Behörden nach Kräften einsetzen werden: «Ich hoffe, dass wir bis Ende Jahr soweit sind.»

Denn eigentlich ist ja alles parat. Am 31. Mai 2016 wurde die 357 Quadratmeter grosse Parzelle von Besitzerin Johanna Bachmann für rund 210 000 Franken gekauft – «und zwar bar», wie Bachmann betonte. Die Architekten Jaan Stoos und Thomas Ludwig haben ihre Projektstudie den Mitwirkungen angepasst. Zudem bekennt sich der Grossteil der Bevölkerung zum Projekt: Die 367 Anteilscheine (per 31.12.2016) gehören 216 Gesellschaftern aus 177 Haushalte. Davon sind 143 Freienwiler Haushalte. «Das Dorf will diesen Laden», freut sich Beat Bachmann, der aber auch mahnte, dass er auch Kunden brauche. Der Dorfladen ist schliesslich nicht nur ein Geschäft, in dem man einkauft, sondern auch ein Begegnungsort.

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