Mägenwil

Dieser Biker will in den Gemeinderat Mägenwil

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Der Gemeinderatskandidat auf seiner 2300er-Triumph mit Lebenspartnerin Yvonne Senn und Familienhund Quigley (er wurde nach dem australischen Kultfilm „Quigley der Australier“ benannt) im Seitenwagen.

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Der Gemeinderatskandidat auf seiner 2300er-Triumph mit Lebenspartnerin Yvonne Senn und Familienhund Quigley (er wurde nach dem australischen Kultfilm „Quigley der Australier“ benannt) im Seitenwagen.

Stefano Martino sagt es klar und deutlich: „Ich will in den Gemeinderat. Ich will mich für diese Gemeinde engagieren. Jetzt“. Der Mann ist Klartext gewohnt. Er trainiert Polizisten im Lenken von Fahrzeugen in Stress-Situationen. Der Biker aus Leidenschaft hat einen nicht ganz alltäglichen Lebenslauf.

Das Foto auf seinem offiziellen Wahl-Flyer mag nicht so richtig zu ihm passen. Stefano Martino (52) zeigt sich darauf im grauen Anzug mit dick geknoteter Krawatte. So wie es sich halt für einen Gemeinderat gehört. Gut gemeint. Zum Sünneli von der SVP hätte wohl das beigefügte Bild besser gepasst. Er zeigt den wahren Kandidaten. Stefano Martino lebt zusammen mit Yvonne Senn, einer gebürtigen Mägenwilerin. Wegen ihr ist er in den Aargau gezogen. Mit ihr hat er das Haus ihrer Grosseltern umgebaut. Beiden gemeinsam ist die Freude am Motorradfahren. Sie steht total auf Harley. Er mittlerweile auch. Doch sein Stolz liegt schon bei dem schweren «Triumph» mit Seitenwagen, in dem sie jeweils zu dritt ausfahren können. Der Dritte im Bunde ist nämlich Hund Quigley.

Volles Engagement

Martino nimmt die Kandidatur für den Gemeinderat äusserst ernst. Er versteht sich nicht als Platzhalter für seine Partei. „Wenn ich etwas mache, dann mit aller Konsequenz“, stellt er die Sachlage aus seiner Sicht dar. Er weiss durchaus, dass er in Marin Leuthard (CVP) einen valablen Gegner mit starkem Leistungsausweis hat. Er wirbt aber mit seinen Vorzügen für sich und die lassen sich durchaus sehen. Geboren und aufgewachsen ist Stefano Martino in Volketsschwil (ZH). Er machte eine Lehre als Werkzeugmacher. Als 21-jähriger verliess er sein Elternhaus. Der wahre Grund dafür: „Mutter wollte nicht dass ich Motorrad fahre, solange ich zuhause lebe“. Sein erstes Bike kaufte er noch bevor er Möbel für seine erste Wohnung hatte.

Nach der Lehre besuchte Martino die Werkmeisterschule und später die Konstrukteursschule, die er mit den entsprechenden Diplomen abschloss. Er wurde Betriebsleiter in einer Werkzeugbaufirma und Stanzerei. Als Vorgesetzter von 24 Mitarbeitern erwarb er sich Meriten in einer Führungsposition. Doch sein Traum war ein anderer. Martino machte die Ausbildung zum Fahrlehrer und gründete in Wetzikon seine eigene Fahrschule. Als Motorradinstruktor hat er schon zuvor Einsteigern das korrekte Fahren auf dem Bike beigebracht. Als Unternehmer habe er nur gekrampft. Daneben engagierte er sich als Vizepräsident des Kantonal Zürcherischen Fahrlehrerverbandes.

Neuanfang bei der Stadtpolizei

Er sei ständig unterwegs gewesen. Dadurch sei letztlich seine Ehe in Brüche gegangen. Das war für den Vater zweier Kinder, zu denen er ein gutes Verhältnis pflegt, ein einschneidendes Erlebnis. Als er vor zwölf Jahren durch einen Kollegen darauf aufmerksam gemacht wurde, die Stadtpolizei Zürich suche einen Fahrlehrer, der die Polizisten trainiere, bewarb er sich - und erhielt den begehrten Job. Der Liebe wegen kam er vor fünf Jahren nach Mägenwil. Als leidenschaftlicher Biker hat er hier schnell Anschluss gefunden. Martino ist Präsident der Motorradgruppe Argovia. Und er ist Mitglied der SVP-Ortspartei. Bevor er für die Gemeinderatskandidatur zugesagt hat, besprach er das mit seiner Lebenspartnerin, deren Vater Paul Kaufmann vor Jahren selbst im Gemeinderat sass. „Ohne ihre Unterstützung hätte ich nicht kandidiert“. Auch seine Arbeitgeberin, die Stadtpolizei Zürich hat ihm grünes Licht gegeben. Martino: „Das ist wichtig, damit ich - wenn es dienstlich tragbar ist - auch tagsüber mal abkömmlich sein kann“.

Quelle Artikel: Reussbote vom 16.5.2015

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