Bremgarten (AG)

Die Seele wandert mit

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Geführte Wanderungen sind auch bei der Pro Senectute Bezirkstelle Bremgarten stets beliebter. Die stark expandierende Wandergruppe Bremgarten und Umgebung war mit 55 fitten Wandersleuten dem Zürich-Obersee entlang von Lachen zum Schloss Grynau unterwegs. Für die Planung und Umsetzung von geführten Wandererlebnisse haben die Pro Senectute im Kanton Aargau eine hervorragende Wanderkompetenz.

Vier ausgebildete Sportgruppenleiter Erwachsenensport (BASPO) leiten in Bremgarten die Wandergruppe "Wandern mit Genuss". Gewandert wird immer am vierten Donnerstag des Monats und das in der ganzen Schweiz. Längst krächzen es die Eichelhäher aus den Wäldern, dass es Menschen nicht nur körperlich guttut, regelmässig längere Strecken zu Fuss zu gehen. Wandern entschleunigt, schult die Sinne, trainiert das Hirn und bietet Schutz gegen diverse Zivilisations-krankheiten. Mangel an Bewegung lassen den Körper vorzeitig altern. Zusätzlich kommt es zu einem Schwund der Muskulatur und erhöht die Sturzgefahr enorm.

Die vier zertifizierten und motivierten Wanderleiter leben selbst vor - wie glücklich geführte Wanderungen bei der Pro Senectute machen können. Zur Planung von professionell geführten Wanderungen gehören Wanderkompetenz, Routenrekognoszieren, Marschzeitenberechnung, Gefahrenerkennung, Flora und Fauna-Kenntnisse, Wetterbeurteilung, Gastro-Überraschungen, Ausweichvarianten und Rückzugsmöglichkeiten, Abstimmung auf öV-Fahrplan und Erste Hilfe Massnahmen.

Mit dem Schnellbus und der Bahn fuhr die grosse Wanderschar von Bremgarten über Zürich Enge nach Lachen SZ. Vor dem Znüni im Flughäfeli in Wangen SZ besichtigte die Wandergruppe zuerst noch die hochbarocke Pfarrkirche Heilig Kreuz mit den zwei Zwiebeltürme und wanderte anschliessend durch verwinkelte Gassen dem See entlang über die neu erstellten Holzbrückensteglein an der erst kürzlich renaturierten Wägitaler Aa-Mündung zum Flughäfeli in Wangen SZ.

Bei leicht bewölktem Himmel aber ohne Regentropfen ein kurzes Stück durch das Nuoler Ried mit dem Aufstieg in den Buchbergwald. Stöcklichrüz, Pfannenstiel, Etzel und das Züri-Oberland grüssen leicht aus der Ferne. Schon tauchten wir in das grüne Unterholz des Buchbergwaldes ein. Der Zürich-Obersee zeigt sich von der blausten und gemütlichsten Seite. So macht Wandern Spass, weit weg von Abgas, Lärm und Hektik. Wir sind bis auf ein paar Jogger und Golfer, die beim Golfplatz Nuolen ihr Handicap verbessern wollen, alleine unterwegs. Bei der Linthmündung füttern wir ein paar Enten und machen beim Grillplatz "Bätzimatt" eine kurze Pause. Weiter gings durch den naturbelassenen Buchbergwald über liegengelassene Bäume, durch Schilf, Tümpel und einer kleinen Felspartie am Drahtseil kletternd, an den alten Linthkanal.

Stets dem alten Linthkanal entlang, überqueren wir zum Schluss die grosszügige Fussgängerbrücke und erreichen nach gut dreieinhalb Stunden Marschzeit bei herrlichem Sonnenschein das Schloss Grynau mit seiner mittelalterlichen Burg an der Linth im Gebiet der Gemeinde Tuggen. Im Zweiten Weltkrieg übernahm die Festung Grynau die Sicherung des Linthüberganges bei Grynau. Nach dem unvergesslichen Mittagsschmaus hatten wir noch Zeit, für eine kurze Besichtigung des renaturierten Linthkanals wo der Fluss seine ursprüngliche Dynamik zurückerhalten hat.

Leben fitte Menschen länger? Das war das Thema auf der Rückfahrt mit dem Schiff auf dem Zürich-Obersee unter dem Dammdurchstich nach Pfäffikon SZ. Wie so oft, ist auch hier das richtige Mass gefragt.

Hansueli Scheidegger

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