In ihrer Projektwoche pflanzen die Freienwiler Schulkinder 200 Elsbeer-Setzlinge – im Volksmund auch «schöne Else» genannt – im Wald der Ortsbürger.  

In weitem Bogen holt Zweitklässlerin Smilla aus und schlägt mit dem Hammer den Holzpfahl tiefer in den Waldboden. Erstklässler Laurin hält daneben das Schutzrohr parat, das den Baumsetzling in der ersten Zeit schützen soll. Sobald das Loch tief genug ist, wird die junge Elsbeere hineingestellt und mit Erde fixiert. So erfahren seit Dienstag die 73 Schülerinnen und Schüler hautnah, wie Waldbau funktioniert: Aufgeteilt in sechs Gruppen, pflanzen sie abwechselnd im Gebiet «Gländbrunnen» im Freienwiler Wald 200 Elsbeeren-Setzlinge, im Volksmund auch die «schöne Else» genannt. Die Elsbeere ist eines der grössten einheimischen Rosengewächse.

Vielfalt an Bäumen fördern

Der Wald gehört den Ortsbürgern, welche ihn als Besitzer auch pflegen und unterhalten müssen. «Der Kanton verlangt eine Vielfalt an Bäumen im Wald, deshalb wollen wir die Elsbeere hier pflanzen», erzählt Vize-Gemeindeammann und Ortsbürger Martin Burger. Als ihm Schulleiterin Irene Niederberger vor einiger Zeit von der Ende April geplanten Waldwoche erzählte, beschloss Burger, das Projekt Aufforstung in die Hand der Schulkinder zu legen. Mit Unterstützung von Förster Daniel Hitz und seinem Team durften sie selbst Hand anlegen und damit ihren Teil zur Nachhaltigkeit beitragen.

Doch das Aufforsten ist nur eines von vielen Themen, welche die Schule im Wald behandelt. Nach dem schulfreien Montag (Weiterbildung der Lehrerschaft) starteten die 73 Kinder und acht Lehrpersonen am Dienstag voller Elan in ihre Projektwoche – dem schlechten Wetter zum Trotz! «Die Kinder liessen sich davon nicht beeindrucken», sagt Vreni Ringli, die Schulische Heilpädagogin, die zusammen mit Zweitklass-Lehrerin Barbara Ehrenberg für die Organisation zuständig ist.

Nur eine kleine Schnittwunde

In sechs altersgemischten Gruppen erfuhren die Kinder allerhand Wissenswertes zum Thema Wald. Jäger Othmar Suter erläuterte die Aufgaben seiner Gattung, zu der auch die Pflege von Tieren gehört. Und er brachte nicht nur ein echtes Gewehr, sondern auch ausgestopfte Tiere mit. Auf einem Rundgang suchten die Kinder dann auch nach Tierspuren.

François Ruedin und Barbara Ehrenberg brachten den Kindern die richtige Schnitztechnik bei, um mit dem Taschenmesser Äste zu verzieren. Schon die Erstklässler schnitzten eifrig mit – eine kleine Schnittwunde gabs nur in der 3. Klasse zu verzeichnen. Ildiko Toth vom Textilen Werken sammelte mit den Gruppen Pflanzen, um Wolle einzufärben. In grossen Kesseln wurde das Ganze aufgekocht, über Nacht zieht es weiter durch. Auf der Schatzsuche von Patricia Daetwyler war Orientierungssinn und Wissen gefragt.

Ein Mohrenkopf vom Vizeammann

Bei Vreni Ringli und Simone Liechti wurde Tee und Suppe gekocht, zudem konnten Mini-Pizzen geformt und belegt werden. So war auch für ein feines Zmittag im Wald gesorgt. Als Dessert spendierte Martin Burger allen Beteiligten einen Dubler-Mohrenkopf. «Die Kinder haben gewerkt wie verrückt», lobt der Vizeammann.

Zum Abschluss durfte am Freitag noch ausgiebig im Wald gespielt werden. Den Wald mit allen Sinnen erleben und entdecken, das soll auch nicht zu kurz kommen. Die «schöne Else» wird allerdings noch einige Jahrzehnte brauchen, bis sie in voller Pracht in den Himmel ragt.

Fotos: Sabrina Pugliatti