Die reformiert Kirche in Wettingen war am Sonntag gut gefüllt. Eine bunte Mischung aus Kirchgemeindemitgliedern und Interessierten aus Nah und Fern kamen nach Wettingen, um den Gottesdienst von Kafi Freitag und Pfr. Lutz Fischer-Lamprecht zu erleben.
Unter anderem mit dem Slogan «Kafi Lutz in der reformierten Kirche» hatten die Beteiligten im Vorfeld auf den Gottesdienst aufmerksam gemacht, der gestern stattfand. Die Kirche war gut gefüllt mit regelmässigen Kirchgängern, solchen die zum ersten Mal in einer reformierten Kirche waren und Menschen, die vielleicht zehn Jahre oder länger keinen Gottesdienst mehr besucht hatten. Die Leute kamen aus Wettingen und Neuenhof, aber auch aus Zürich und Basel am Morgen extra nach Wettingen. Gemeinsam feierten sie einen ganz normalen Sonntagsgottesdienst mit Liedern, Gebeten und Bibelworten, der auf der anderen Seite doch ganz anders war, weil die Gastpredigerin Kafi Freitag, eine Kolumnistin der reformierten Zeitschrift «bref», sich als Atheistin bezeichnet.
In ihrer Predigt gab Kafi Freitag viel persönliches preis und deutlich wurde, was ihr Hauptbotschaft war: Die Grundvoraussetzung, um das biblische Gebot «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst» zu erfüllen, ist, dass man sich selbst liebt. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher hat die Predigt so berührt, dass sie spontan applaudierten.
Die gute und liebevolle Stimmung des Gottesdienstes nahmen die Menschen danach mit ins Kirchgemeindehaus, wo noch viele, anregende und auch tiefsinnige Gespräche geführt wurden.