Klingnau

Die Personenfreizügigkeit aus gewerkschaftlicher Sicht

megaphoneLeserbeitrag aus KlingnauKlingnau
..

Am Mittwoch, 28. Januar 2009, 20.00 Uhr, Warteck Klingnau, lädt die SP Bezirk Zurzach zu einer Informationsveranstaltung zur Personenfreizügigkeit ein.

Kurt Emmenegger, Baden, Grossrat und Gewerkschaftssekretär UNIA, wird die gewerkschaftliche Position darlegen. Die Grossratskandidaten Pietro Borrini und Thomas Gautschi begrüssen und moderieren den Anlass.

Kompetenter Referent
Der Jurist Kurt Emmenegger ist ein versierter Kenner des Dossiers Personenfreizügigkeit. Als Mitglied der Tripartiten Kommission des Kantons Aargau, die aus je vier Mitgliedern des Kantons, der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften besteht, und als Präsident der Arbeitsmarktkontrolle Bau Aargau ist er in seiner täglichen Arbeit konfrontiert mit der Einhaltung von Arbeitsvorschriften und korrekten Löhnen. Ausserdem präsidiert er die Paritätische Berufskommission Bau Aargau.

Was sagen die Gewerkschaften?
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat zur Personenfreizügigkeit mit der EU bisher unter der Bedingung Ja gesagt, dass Löhne und Arbeitsbedingungen durch flankierende Massnahmen geschützt werden. Gäbe es keine Schutzmassnahmen gegen Lohndumping, so käme das Lohnniveau ins Rutschen. Gleichzeitig stünden zahlreiche Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Gewerkschaften sagen dank der flankierenden Massnahmen auch Ja am 08. Februar 2009.

Die bisherigen flankierenden Massnahmen
Schweizweit sind heute 150 Inspektoren im Einsatz, die Löhne, Arbeitszeiten und Weiterbildungsbeiträge bei Beschäftigten im In- und Ausland kontrollieren. Arbeitgeber, welche sich nicht an die Vorschriften halten, werden gebüsst. Im Wiederholungsfall dürfen ausländische Arbeitgeber nicht mehr in der Schweiz arbeiten. Die Kontrollen haben auch eine präventive Funktion: Die Arbeitgeber wissen, dass sie kontrolliert werden, und passen dementsprechend auf.
Beim Bund und bei den Kantonen wachen die tripartiten Kommissionen über den Arbeitsmarkt. Dank der flankierenden Massnahmen konnten in den letzten Jahren wichtige Gesamtarbeitsverträge für verbindlich erklärt werden, z. B. in den Branchen Reinigung, Sicherheit und Holzbau.

Verbesserte flankierende Massnahmen
Die flankierenden Massnahmen wurden auf Druck der Gewerkschaften in den letzten Monaten wesentlich verbessert, Die Kontrollen werden verstärkt: In Zukunft werden Schweizer Arbeitgeber rund 50 Prozent häufiger kontrolliert. Erstmals gibt es in der Branche Hauswirtschaft sowie für die Temporärbranche einen Normalarbeitsvertrag mit einem gesetzlichen Mindestlohn. Diese beiden Verträge schliessen zwei bedeutende Lücken in den flankierenden Massnahmen.

Bilaterale Verträge: Unverzichtbar für Schweizer Arbeitnehmende
Die Schweiz ist ein kleines Land mitten in Europa. Darum ist sie auf geregelte Verhältnisse und eine enge Zusammenarbeit mit der EU angewiesen. Ohne bilaterale Verträge mit der EU sind viele Arbeitsplätze und das Lohnniveau gefährdet.

Veranstaltung SP Bezirk Zurzach

Die SP Bezirk Zurzach lädt alle Interessierten ein, sich aus erster Hand über die Auswirkungen der bilateralen Verträge zu informieren. Neben Kurt Emmenegger steht Pietro Borrini, Koblenz, zur Verfügung. Pietro Borrini bringt langjährige Erfahrung mit als Gewerkschaftssekretär. Zuständig für die ausländischen Arbeitnehmer im Bereich Bau, hat er viele Jahre diese Menschen in ihrem Berufsleben, aber auch oft über das hinaus, beraten und unterstützt. Jetzt engagiert er sich als Grossratskandidat für die SP Bezirk Zurzach. Thomas Gautschi, Grossratskandidat von Klingnau, ist weit herum bekannt im Zurzibiet. In seiner Funktion als Katechet engagiert er sich seit langem für die Jugendlichen in unserem Bezirk. Ihm ist das friedliche und konstruktive Zusammenleben verschiedener Nationalitäten und Generationen ein zentrales Anliegen. Kommen Sie doch einfach vorbei im Warteck Klingnau, 28. Januar 2009, 20.00 Uhr! Informationen unter www.sp-zurzibiet.ch. (eku)

Meistgesehen

Artboard 1