Die Musikschule hat zwar kein eigenes Orchester, aber der Orchesterverein ist schon seit 10 Jahren dort zu Gast und darf den Musiksaal für seine Proben benutzen. Zu besonderen Anlässen haben auch immer wieder begabte MusikschülerInnen die Möglichkeit, im Orchester mitzuspielen. Auch hatten schon mehrfach Kinder und Jugendliche die einzigartige Gelegenheit, als SolistInnen mit dem Orchester auftreten zu dürfen.

Zur Einstimmung hörte man Haydns Ouvertüre „l’Isola disabitata“. Hier wurde unter der begeisternden Leitung von Lukas Merkelbach differenziert und feinsinnig musiziert.

Doch an diesem Abend stand der langjährige Gitarrenlehrer Willy Riechsteiner als Solist mit dem Gitarrenkonzert von Heitor Villa Lobos im Mittelpunkt. Das Orchester schuf für die zarten Gitarrenklänge eine wunderbare, stimmungsvolle Kulisse. Ein Weben und Wogen in vielen Farben, fein gesponnene Fäden und vielfältige Klangteppiche bezauberten und belebten das Ohr. Auch die Bläser integrierten sich dezent und überliessen dem Solisten den Hauptauftritt. Es war eine anspruchsvolle Aufgabe für das Orchester sich auf diese feingewebte Musik einzulassen, die in jeder Hinsicht vollste Konzentration erforderte. Auf diesem Hintergrund konnte sich das Gitarrenspiel von Willy Riechsteiner auf das Schönste entfalten. In der Kadenz kam dann sein ganzes Können virtuos  zur Geltung. Viel Applaus für den Solisten!

Mit Haydns Londoner Sinfonie stieg das Orchester dann ins grosse Schlusswerk ein. Hier entfalteten die Musikerinnen ihre ganze Spielfreude. Dieses bekannte  grossartige Werk wurde locker und leicht musiziert. Die grosse Freude und Begeisterung des Dirigenten Lukas Merkelbach übertrug sich nicht nur auf das Orchester, sondern auch auf das Publikum. So hörte man mit grossem Vergnügen dem leichten und beschwingten Spiel zu. Die MusikerInnen zeigten eine beeindruckende Leistung, vor allem in den anspruchsvollen schnellen Partien, die souverän musiziert wurden. Es entstand der  fein differenzierte, grosse klassische Schwung. Das Publikum genoss es und wunderte sich gar nicht, dass  der Dirigentenstab auch gleich mitfliegen wollte......

Es war ein echter Jubiläumsabend!

Jean Jacques de Wijs