Oeschgen

Die Männerriege Oeschgen in der Innerschweiz

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Bei noch aktiver Strassenbeleuchtung schritten die Männer in Richtung Bahnhof Frick wo sie sich zu zehnt eingefunden, von Wanderleiter Franz Döbeli begrüsst, über die kommenden 36 Stunden informieren liessen. Eventmanager Heinz überbrachte frische Sandwiches mit vergorenem Traubensaft und wünschte allen eine angenehme Reise.

Mit Zug und Bus befördert, verabschiedete die Gruppe in Beckenried die beiden Oldies Richi und Willy für die nächsten paar Stunden, um mit der Luftseilbahn auf die Klewenalp zu gelangen. Kurz vor dem Erreichen der 1‘300 Höhenmetermarke wurde die Nebelgrenze durchbrochen und die Sonne triumphierte fortan. Um genügend Anlauf für die kommende Steigung zu haben, ging’s erst mal ein paar Meter runter zum Bergrestaurant Tannibüel wo mit Mineral und Cola gedopt und für den krankgeschriebenen Reiseorganisator eine Ansichtskarte aufgegeben wurde. Danach waren die Beinmuskeln gefordert wo die einen die 770 m Aufstieg wie Gämsen erklommen und andere etwas häufigere Verschnaufpausen brauchten. Beim Hinterjochli, mit 2‘105 m dem höchsten Punkt der Tour, wurde Mittagrast gemacht. Die Verpflegung aus dem Rucksack und der Gipfelwein aus dem Plastikbecher weckten die Lebensgeister erneut, um für den vielleicht etwas weniger steilen Abstieg gewappnet zu sein. Weiter unten, das Tagesziel bereits im Visier, gab’s ein Gläschen Alte Zwetschge zum Anstossen auf den bis anhin gelungenen Tag. Die Vorfreude auf ein kühles Bier motivierte das Team, die warm gelaufenen Knie zu ignorieren und schon bald sass man auf der Terrasse des Alpstubli und genoss ein Quöllfrisch. Im benachbarten Berggasthaus Gitschenen traf man die beiden Flachwanderer wieder. Alsbald erfolgte der Zimmerbezug und eine erfrischnde Dusche, bevor man sich im Speisesaal zum Abendessen einfand. Die Missachtung der Weinempfehlung des kochenden Kellermeisters erwies sich als goldrichtig und der gewählte Primitivo schmeckte um einiges besser als der zum Apéro gereichte Bodenseewein. Nach dem Verspeisen von Salat, Curryreis mit Huhn und einem süssen Dessert wollte man oben im Alpstubli den Schlummertrunk einnehmen. Sich den eher unzulässigen Absprachen zwischen den germanischen Wirten beugend, mussten die Männer rechtsumkehrt den Kafi Zwetschge und das Schlummerbier doch wieder unten im Gasthaus zu sich nehmen.

Nach einem mehr oder weniger tiefen, aber wertvollen Schlaf wartete ein ansehnliches Frühstücksbuffet auf die Hotelgäste. Da die gesamte Kundschaft gleichzeitig die sonnige Bergwelt anstrebte, hatte das Personal laufend das Brotkörbchen, den Aufschnitt-Teller und die Käseplatte zu ergänzen. Auch beim Transfer mit der pinkfarbenen Luftseilbahn von Gitschenen nach St. Jakob mussten aus Kapazitätsgründen mehrere Fuhren gemacht werden. Geduldig wartete der Postautochauffeur auf seine Klienten und beförderte sie, halt etwas verspätet, nach Isenthal. Die fünf sportlichsten Männerriegler zeigten keine Bedenken, auch die nächsten knapp 400 Höhenmeter auf Bergpfaden nach Bauen hinunter, innert zwei Stunden zu bewältigen. Die fünf Geniesser nutzten weiter das Postauto bis nach Isleten an den Urnersee und wanderten auf dem „Weg der Schweiz“, an zahlreichen Gedenkplätzen vorbei, zum selben Ziel. Mit einem „äs Gäächs“ aus dem Muotathal erwartete man die Bergziegen, um beizeiten gemeinsam das Linienschiff in Richtung Brunnen zu entern. An Bord der „Europa“ genossen die Reisenden die herrliche Bergwelt vom Fronalpstock bis zum Seelisberg und versuchten Kari’s Uri Rotstock ausfindig zu machen. Zwar nicht erfolgreich aber von der Seeluft erfrischt, verliess man das Schiff beim Rütli und nahm den Aufstieg zum traditionsreichen Schwurplatz der Eidgenossen, Werner Stauffacher, Walter Fürst und Arnold von Melchtal unter die Füsse. Da sich keiner der drei blicken liess, bezog man im nahen Rütlihaus ein Plätzchen im Garten und fragte nach der Menukarte. Frisch gestärkt und nach einem Gruppenbild mit den Mythen im Hintergrund, bummelten die Reisenden über die Rütliwiese zurück zum Hafen und liessen sich übers Wasser nach Brunnen fahren. Das herrliche Wetter lockte Möchtegernrocker auf Harleys, Osteuropäer mit geleasten BMW’s und Rentner mit Oldtimern zuhauf an, um den Mannen die Ruhe in der Gartenwirtschaft an der Strasse zu vergällen. Nach einem feinen Coupe spazierte man in Richtung Bahnhof, um die Heimreise im Zug via Olten und Brugg nach Frick anzutreten. Herzlichen Dank den beiden Franz für die tadellose Organisation und die vortreffliche Leitung.

BWO

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