Wettingen

Die EVP Wettingen besucht das Wasserwirbelkraftwerk Schöftland

megaphoneLeserbeitrag aus WettingenWettingen

Wasserwirbel leisten einen Beitrag zur Energieversorgung

 Es läuft 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr und produziert mit 1 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und 1.5 m Gefälle in einem Zylinder von 6.5 m Durchmesser den Strom für etwa 20 Schweizer Haushaltungen, wenn diese je 4000 Watt benötigen. 

Auch bei sehr niedrigem Wasserstand wie am 21. Mai ist die Leistung noch 1500 Watt, das heisst ein Zehntel der vollen Leistung.

36 Personen der EVP Wettingen und Parteikollegen aus Kulm liessen sich diese Pionieranlage in Schöftland im Suhrental vorführen.

Das kleine Haus ausgangs Schöftland war mehrere Male von der Suhre überschwemmt worden - bis die Bewohner dachten, das Wasser wäre auch zu nützen. Recherchen führten dann zu dem vom österreichischen Techniker Franz Zotlöterer entwickelten System.

Die Technik dieses Wasserwirbelkraftwerks beruht auf einem runden Staubecken mit einem zentralen Abfluss. Über dem Abfluss bildet sich ein stabiler Wasserwirbel, der eine Wasserturbine antreibt. Das Projekt enthält neben dem Kraftwerk zur Stromgewinnung einen Wall gegen Hochwasser und die Renaturierung des Flusslaufes: Das Flussbett wurde aufgeweitet, sodass der Fluss wieder mäandrieren kann; so entstehen weniger Ablagerungen und Versinterungen des Bodens. Folge ist eine spürbare Anreicherung des Grundwassers. Die Flusslandschaft  gewinnt an Lebendigkeit und Abwechslung. Grossen Wert legen die Betreiber auf die Fischgängigkeit der Anlage: Die Fische können abwärts und aufwärts schwimmen, es gibt Ruheräume für sie, eine Fischschleuse ist vorhanden. Um die Anlage technisch weiter zu optimieren, wird im Technopark Windisch an einem Modell 1:8 geforscht: So hat die Verschiebung der Rotorachse aus dem Zentrum die Leistung erhöht, und die Rotorform lässt sich verbessern. Taucher und Fotoapparate überprüfen das Fischverhalten.  

Träger ist eine Genossenschaft (www.gwwk.ch), die weitere Standorte für solche Anlagen in der Schweiz gesucht und gefunden hat und entsprechende Projekte anpeilt. Besonders dort, wo Treppen in Flussläufen aufgrund neuerer Vorschriften zurückgebaut werden müssen, ergeben sich praktische und oekonomische Gelegenheiten.

Die Gespräche über die Eindrücke aus der sehr kompetenten Führung und die Diskussionen um den Beitrag der Anlage an den steigenden Energiebedarf wurden im idyllischen Schlossgarten beim Apfelstrudel fortgeführt. 

 Marie Louise Reinert-Brügger

Meistgesehen

Artboard 1