Der diesjährige Herbstausflug führt die CVP Birmenstorf zum Bächlihof in Oberflachs. Inmitten von sich bunt färbenden Rebbergen, mit Blick auf sanfte Jurahügel und die Habsburg liegt am Eingang zum Schenkenbergertal der moderne Landwirtschafts­betrieb von Stefan und Brigitte Käser mit Familie. Zusammen mit drei Lehrlingen und den Eltern werden 42 Hektaren Land bewirtschaftet. Der moderne Kleinbetrieb, der drei Generationen ernährt, steht heute auf drei Beinen: Viehzucht mit Milchwirtschaft, Rebbau mit Wein-Direktvermarktung und der Buschwirtschaft.

Stefan Käser hatte mit 30 Jahren, frisch verheiratet, den Hof im Jahr 2000 von seinem Vater übernehmen können, der in den 70er-Jahren aus dem Dorfzentrum ausge­siedelt war. In den letzten Jahren wurde der Hof mit hohen Investitionen sukzessive ausgebaut.

Die Familie Käser liebt Tiere. Neben 120 Holsteinkühen verschiedenen Alters leben einige stramme Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen auf dem Hof. Das sind die sichtbaren Tiere. Bei der Zucht der Holsteinkühe ist es Stefan Käser wichtig, dass die Tiere gesund sind und sich wohl fühlen. Rund ein Drittel der Kühe wird gemolken. Im Jahr geben sie 550‘000 kg Milch, was der 11-fachen Leistung des Hofs seines Vater in den 70er-Jahren entspricht. Die Milch wird beim Melken direkt in einen Tank gepumpt, gekühlt und alle 2 Tage auf dem Hof abgeholt. Sie wird als Wiesenmilch bei Migros verkauft.

Stefan Käser ist leidenschaftlicher Viehzüchter. Zusammen mit Swissgenetics (ehemals Besamungsstation Mülligen) optimiert er zurzeit den Euter seiner Holsteinkühe, damit dieser noch weniger entzündungsanfällig wird und die Milchleistung weiter gesteigert werden kann. Tiere vom eigenen Hof mit guten Anlagen werden über Embryo-Transfer weiter gezüchtet. Die meisten Kühe tragen demnach als Leihmütter fremde Kälber aus.

Sehr viel Zeit und Engagement widmet Stefan Käser auch dem Rebbau. Auf 2,1 ha werden rote und weisse Trauben gezogen und daraus tolle Weine gekeltert. Dies macht Stefan Käser allerdings nicht auf dem Hof sondern in Schinznach durch die dortige Weinbaugenossenschaft. Der Wein wird grösstenteils direkt vermarktet. Die fachkundige Gästeschar aus Birmenstorf darf sich quer durch das Sortiment degus­tieren und war vor allem vom süssen Apérowein „Lichtblick“ und der Assemblage aus dem Barrique „Abendstern“ angetan.

Die Buschwirtschaft auf dem Bächlihof wird von Brigitte Käser gemanagt. Der Bereich ist aus der Selbstvermarktung des Weins heraus entstanden. Mindestens einmal pro Woche findet im zur Festhalle umgebauten ehemaligen Stall oder im kleineren Säli des Weingeschäfts ein Event statt. Nur ein Wochentag ist den Käsers heilig: Der Sonntag gehört der Familie mit den vier Kindern zwischen 10 und 4 ½ Jahren.

„Es gibt keinen schöneren Beruf als Bauer“, sagt Stefan Käser. Es beeindruckt die auf­merksame Gruppe, mit wie viel Risikobereitschaft, fachlichem Können und sehr viel Arbeit der Bächlihof zum Erfolg geführt wird. Stefan Käser steht der aktuell diskutierten Agrarpolitik 2014-2017 skeptisch gegenüber, weil der unbedingte Wille zu einer optimalen Produktionsleistung eines Bauernbetriebs durch landschaftsgärtnerische Aspekte verwässert wird. Er und seine Familie werden nicht nachlassen im Bestreben, sich laufend weiter zu verbessern.

Zum Ausklang des spannenden Nachmittags wird die CVP-Familie im Feldschlössli mit einer kalten Platte und feinem Birmenstorfer Roten bewirtet und der Abend mit Diskussionen zu Embryo-Transfer und den bevorstehenden Grossratswahlen abgeschlossen.