Es ist früh am Morgen, als bei den Mitgliedern der ZSO-Reusstal-Rohrdorferberg der Katastrophenalarm eingeht – ein übles Unwetter hat zu Überschwemmungen und Hauseinstürzen geführt, einige Personen wurden verschüttet. So gestaltete sich das Szenario der Hauptübung der ZSO-Reusstal-Rohrdorferberg, die Anfang Oktober in im Kantonalen Zivilschutzausbildungszentrum in Eiken durchgeführt wurde. Nebst dem Kommando unter der Gesamteinsatzleitung von Kommandant Marc Schmidhauser waren sowohl die Mitglieder der Formationen Unterstützung, Führungsunterstützung und der Betreuung, als auch die Logistik vor Ort. Letztere kümmerte sich während der Übung um das Material, den Transport als auch um die Verpflegung sämtlicher Einsatzkräfte.

Diverse Herausforderungen
Als die ersten Einsatztruppen kurz nach Mittag auf dem Schadensplatz eintrafen, gab es einiges zu tun: Zuerst musste der Führungsstandort und das Lagezentrum eingerichtet werden. Schnell wurden die ersten Leitungen verlegt, um die Kommunikation zwischen dem Ort des Geschehens und dem Kommandoposten zu gewährleisten. Derweil machten sich Rettungspioniere daran, die Rettungswege freizuräumen und die ersten Personen aus den Trümmern zu bergen. Das Szenario verlangte den Anwesenden einiges ab – so wurden rund 30 Verletzte geborgen, welche zur Sanitätsstelle gebracht werden mussten. Für die Obdachlosen und Evakuierten wurde in der Zwischenzeit eine Betreuungsstelle eingerichtet, daneben ging die Suche nach den vermissten Personen weiter. Auch in der Küche war einiges los. Zusammen mit der Feuerwehr, den Zivilschutzangehörigen und den Gästen waren es rund 250 Personen, die während der Übung verpflegt werden mussten.

Kurz vor dem Eindunkeln wurden die Beteiligten noch einmal richtig gefordert – ganz unerwartet kam es zu einem Brandausbruch. Nach nur wenigen Minuten stand die Feuerwehr Rohrdorf dem Zivilschutz zur Seite und die Situation konnte fachgerecht entschärft werden. Gemeinsam verschaffte man sich Zugang zum betroffenen Gebäude und die sich dort befindenden Personen konnten geborgen und dem Zivilschutz zur Betreuung übergeben werden. Zum Schluss hatte man noch mit einem Stromausfall zu kämpfen – dann, knapp vor 22 Uhr war es soweit, die Übung wurde von offizieller Seite her beendet.

Planung und Vorbereitung
Insgesamt beteiligten sich 155 Mitglieder der ZSO-Reusstal-Rohrdorferberg an diesem äusserst realitätsnahen Training für den Ernstfall. Alleine fünfzig davon wurden für die Regie und deren Assistenz benötigt, welchen ein detailliertes Drehbuch zur Verfügung stand. Schnell wurde klar – es ist keine einfache Sache, eine solche Übung zu planen. So begannen die ersten Vorbereitungen bereits vor rund eineinhalb Jahren: „Jede Stunde Übung hiess für uns rund einen Tag Arbeit“, sagt Reto Schaardt, stellvertretender Kommandant. Doch diese Anstrengungen hatten sich gelohnt, so stellte das Szenario mit dem Namen „Schachmatt“ alle Beteiligte vor diverse Herausforderungen.

Von Philippe Neidhart