e.k. Wie alle Falken baut der Turmfalke keine Nester und ist ausgezeichnet durch den Falkenzahn. In offenen Landschaften wie z. B. um Mandach herum ist er gut erkennbar durch sein typisches Rütteln vor dem Beutefang. Seine Nahrung setzt sich zusammen aus Mäusen, Kleinvögeln, Reptilien und grossen Insekten. Mit seinem täglichen Nahrungsbedarf von drei Mäusen ist er für die Landwirte eine grosse Unterstützung bei der Schädlingsbekämpfung. Die Beute wird ganz geschluckt und im Magen verdaut. Falken verdauen sogar Knochen dank saurer Magensäfte, im Gegensatz zu anderen Raubvögeln. Für seine aus 4 - 6 Eiern bestehenden Gelege sucht der Turmfalke alte Krähennester, Felsnischen, Baumhöhlen oder Nistkästen. Nach ca. 29 Tagen schlüpfen die Jungen, bereits mit Daunen bedeckt und mit geöffneten Augen. Während das Männchen das Futter jagt, zerteilt die Mutter die Beute und verteilt sie an die Jungen. Ab 30 - 40 Tagen versuchen diese, auf eigene Faust ihre Beute zu jagen, noch gut behütet von den Eltern.
An der Vogelwarte Sempach werden Turmfalken beringt und teilweise mit einem Sender versehen; daher weiss man, dass die Turmfalken zum Teil durch die halbe Schweiz wandern und Jungfalken sogar Richtung Marokko und Spanien ziehen. Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, ist es wichtig, bei toten Vögeln nach einer Beringung zu schauen und diese an die angegebene Adresse zu senden.
Während die Bestände des Turmfalken im Alpen- und Juragebiet unverändert sind, ist der Bestand im Mittelland gesunken, so dass der kleine Raubvogel als potentiell gefährdet beurteilt wird. Ursachen dafür sind ausgeräumte Landschaften und die intensive Landwirtschaft. Als Kulturfolger braucht der Turmfalke für seinen Beutefang jedoch offene, extensiv bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen mit Hecken und Stauden für Ruheplätze. Landbesitzer können ihm helfen, indem sie Buntbrachen anlegen und Büsche und Stauden im Winter stehen lassen. Nistkästen an Scheunen und Gebäuden können ausserdem dazu beitragen, den Bestand der Turmfalken zu sichern. Im Nordaargau gibt es verschiedene Gebiete mit einem Nistkastenangebot; im Bezirk Zurzach betreibt der Naturschutzverein Aare-Rhein ein Nistkastenprojekt, betreut von Matthias Ernst. Personen, die an einem geeigneten Platz einen solchen Nistkasten aufhängen möchten, können sich zur Beratung an Matthias Ernst, matthias.ernst@bluewin.ch, wenden.
Wie sehr das Interesse an diesem heimischen Raubvogel beim Publikum geweckt war, zeigten die zahlreichen Fragen während des anschliessenden Apéros.