Boswil

Der rote Brummer über dem Freiamt

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Behäbig schwebt er über die letzten Baumwipfel und setzt dann holpernd auf der Graspiste des Flugplatz Buttwil auf. Was hat das auf sich, dass der grösste einmotorige Doppeldecker, die Antonov An-2, über das Freiamt angeflogen kommt?

Das Geräusch lässt himmelwärts blicken, ein dumpfes, tiefes Brummen – ein Flieger natürlich, aber doch anders. Es ist ein Doppeldecker, wie man ihn vielleicht noch von früher kennt, aber viel grösser. Gelandet auf dem Flugplatz Buttwil erkennt man die wahre Grösse. 12 Passagiere steigen aus und aus dem Cockpit, rund 5m über Boden, winkt Pilot Jean Voegelin.

 Die jung gebliebene «Rusalka» 

Voegelin ist zugleich auch Präsident des Antonov Club Avianna ANC und somit Besitzer des roten Fliegers, zusammen mit weiteren 750 Club-Mitgliedern. Die «Rusalka», so heisst das Riesending, gehört mit Baujahr 1978 noch nicht zu den Oldtimern. Die Maschine ist dank fachmännischer Wartung noch voll in Schuss und zusammen mit ihrer Crew an verschiedenen Anlässen im In- und Ausland gerngesehener Gast. «Trotz der Grösse unserer Kiste werden wir auch in Buttwil immer wieder herzlich empfangen», schwärmt Voegelin. «Jetzt kommen wir von einem Rundflug vom Birrfeld über Bremgarten-Zugersee-Rigi-Luzern-Emmen nach Buttwil und dann geht’s über Wohlen zurück ins Birrfeld, wo der Flieger stationiert ist», zeigt er den interessierten Zuschauern den Kurs auf der Fliegerkarte.

 Gut Freund mit Petrus

Auf Grund ihres Vorlebens als russische Offiziers-Transportmaschine finden sich im Cockpit noch einige Instrumente in kyrillischer Schrift. Angesprochen auf das Lesen und Verstehen dieser Zeichen meint Voegelin lachend: «Die Bedeutung dieser Hieroglyphen und die Funktion der entsprechenden Tasten habe ich bei der Ausbildung in Klaipeda/Litauen kennengelernt. Ergänzend haben wir nachträglich ein GPS eingebaut, welches vor allem bei Auslandflügen äusserst hilfreich ist». Die Flüge erfolgen aber immer nach Sichtflugregeln, das heisst sehen und gesehen werden. Man ist also dem Wettergott ausgeliefert, wodurch schon manche Tour abgesagt werden musste. Denn für Voegelin und sein Team gilt «Safety First». «Die Passagiere sollen sich sicher fühlen und die Schönheit von Land und Flug voll geniessen können», begründet er die Politik von Avianna. Sagt’s und macht sich an die Vorbereitung zum Rückflug. Zeit auch zum Boarding für die Passagiere, damit auf dem Ziel-Flugplatz Birrfeld noch vor Einbruch der Dämmerung gelandet werden kann.

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